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Sinope
Sinope
Gemahlin des Asopos mit Boiotien verknüpfthat, und daß bei ihr Ladon nicht der arka-dische Fluß, sondern der gleichnamige (Paus.
9, 10, 6) boiotische, der spätere Ismenos, war.Als Tochter des Asopos, aber hier des sikyo-nischen Flußgottes, wird Sinope genannt vonEamelos (vgl. Wilisch, über die Fragmente desEpikers Eumelos [Progr. d. Gymn. z. Zittau 1875] S. 9) und von Aristoteles im Schol. Apoll.Bhod. 2, 946 p. 436. 17 Keil (vgl. v. Wilamo- 10witz a. 0. 51, 1). Eine andere Genealogiefindet sich Schol. Apoll, Bhod. a. 0. p. 436,
16f.: hv äh τοις Ό ρφ ι ■/. ο l ς (vgl. Lübeck, Aglaoph.594) Άρεως καί ΑΙγίνης γενεαλογεΐται (seil. Si-nope), «ατά δέ τινας Άρεως καί Παρνάααης.Die Vaterschaft des Ares erklärt sich am leich-testen daraus, daß Sinope auch als Amazone(s. unten) erscheint. Merkwürdig sind dieNamen der Mütter, Aigina und Parnasse . Ai-gina, deren Namen Gruppe, Gr. Myth. 326, 7 20mit dem Ort Αίγινα im Pontos ( Steph. Byz.Α’ιγινήτης) oder dem paphlagonischen Ort Al-γινήτης (Steph. Byz. a. a. 0. Anonym. Per. § 17.Marc. Herakl. 9) zusammenstellt, ist sonstSchwester der Sinope. Παρνάααη, die sonstganz unbekannt ist, soll nach Gruppe a. a. 0.326, 15. 458, 5 auf den Parnassos hiiiweisen,indem Apollo, der Hauptgott von Sinope undEntführer der Sinope, an den delphischen Apolloangeknüpft worden sei. Aber das ist unwahr- 30scheinlich; vielmehr weist Parnasse auf dasParnesgebirge hin, dessen Vorberge sich gegenNorden bis zum Tal des boiotischen Asoposerstrecken. In dem oben erwähnten Gedichteder Korinna von den Töchtern des Asoposfolgt auf eine längere Rede, in welcher derπροφήτης des Apollon Ptoios dem Asopos Auf-klärung über den Raub seiner Töchter gibt,die Antwort des Asopos. Dann folgt unmittel-bar eine Rede der Πάρνεις (= Πάρνης), deren 40Name dreimal (Berl. Klassikert. a. 0. 35 Vers112. 136. 130) wiederkehrt neben den Namender ΠΙάταια (auch das ist eine Asopostoehter)und des Kithairon, der auch in einem andernGedichte der Korinna (Berl. Klassikert. a. a. 0.p. 26 ff.) handelnd — im Wettstreit mit Helikon— vorkommt, v. Wilamowitz a. a. 0. 50 f. be-merkt: „Das Gedicht beschäftigt sich außer mitdem Raube der Asopostoehter auch weiter mitPersonen aus der Nachbarschaft des Asopos, 50und eine seiner Töchter, Plataia, tritt nebendem weisen Berggott Kithairon auf. Endlichkommt dreimal der Name Πάρνης vor, alsowieder ein Berg der Nachbarschaft. Von demgibt es keine Geschichte mehr für uns, wohlaber die höchst seltsame Tatsache, daß Πάρνηςden älteren Athenern durchaus ein Femininumist, bei dieser Bildung und Betonung befrem-dend. Da sieht man eben noch, daß es Ge-schichten gegeben hat, die Korinna Stoff ho- 60ten; —■ aber was erzählt ward, ist nicht zuraten.“ — Sollte nicht Παρνάααη als Mutterder Sinope identisch sein mit dieser Πάρνης,die bei Korinna im engsten Zusammenhangmit Asopos steht, höchst wahrscheinlich seineTochter, also ursprünglich die Schwester derSinope war? Und wie eine andere Schwesterder Sinope, Aigina (s. oben), zur Mutter der
Sinope gemacht worden ist, so kann sehr wohlaus dem Namen ihrer Schwester Πάρνης derName ihrer Mutter Παρνάααη entstanden sein.Ja, vielleicht ist es angängig, bei Korinna eineForm des Namens anzunehmen, die der Na-mensform Παρνάααη noch näher kommt: v. 136ist nur Πάρν[ει . . erhalten, v. 139 Πάρνε[ι,aber v. 112 steht TTAPNEICAKTf. . . .], wasv. Wilamowitz freilich trennt in Πάρνεις άττ[...].Darf man Πάρνειααν τ[. ..] lesen? Ein Personen-name Παρνάττιος begegnet auf einer Inschriftaus Thespiai , Inscr. Meg. et Boeot. 1751, 2.Nach Philostephanos (vgl. Stiehle, Philologus
4 [1819], 397) im Schol. Apoll. Bhod. a. a. 0. p.436, 22 (= Eudocia 375 p. 629 Flach). Plut.Luc. 23 (= Eust. ad Dionys. Per. 775 p. 248,
5 Bernhardy) wurde Sinope von Apollon —Laurentianus des Schol. Apoll. Bhod. a. a. 0.ist zu lesen: ήν άρπάαας Απόλλων από ’Τρίαςusw. statt des überlieferten άπο Συρίας vgl.0. Hofer, Mythologisch - Epigraphisches 30 —nach der Küste des Pontos Euxeinos entführt,wo sie ihm den Syros, den Eponymos der inder Umgegend von Sinope woh-nenden Syrer (Assyrer, Leuko-syrer) gebar, während nach ihrselbst die gleichnamige Stadtbenannt wurde; vgl. Eust. adHom. Od. 1721, 9. Priscian . Pe-rieget. 750 u. d. Stellen unten.
Dagegen berichtet Apoll. Bhod. Kopf der Sinope,2, 946 ff. (vgl. Schol. p. 436, 18 ff. Münz0 T · sin °peVal. Flacc. Argon. 5, 110 ff. (nac t h CataL °fEtym . M. 713, 5 ,. Dionys. Per .
77511. und dazu Lust, p.245, 331. pL 21 Kg 16 jBernhardy, Schol. Dionys. Per.
776. Nikeph. Blem. p. 417, 37 Beruh. Avien.952 ff): Zeus sei in Liebe zu Sinope entbranntund habe ihr geschworen, ihr zu gehen, wor-um sie bitten würde. Sinope habe dann ge-beten, daß sie Jungfrau bleiben dürfe, und dergetäuschte, aber an seinen Eid gebundene Gotthabe ihr Sinope zum Wohnsitz angewiesen.In gleicher Weise wie den Zeus täuschte Si-nope auch den Apollon und den FlußgottHalys, und auch keinem der Sterblichen ge-lang es, ihre Jungfräulichkeit zu bezwingen.Der Ruhm dieser Jungfräulichkeit und dieenge Verknüpfung der Stadt Sinope mit derAmazonensage haben Sinope selbst zu einerAmazone gemacht, vgl. d. A. Sanape u. Skymn.941 f. Oros. 15, 65. Anonym. Peripl. Pont.Eux. 22 in Geogr. Minor, ed. Müller 1, 407.Genesius 59, 4 ed. Bonnens. (und dazu J. Geff-cken, De Steph. Byzant. [Gotting. 1889] S. 9)A. Klügmann, Philolog. 30 (1870), 549 f. DieAmazonen i. d. attisch. Bit. u. Kunst 29. —Das Haupt der Sinope, hier wohl als Stadt-göttin aufzufassen, erscheint auf Münzen vonSinope, Eckhel, Doctr. num. vet. 2, 390. Head,Hist. num. 434 f. Gat. of greek coins brit. Mus.Pontus, Paphlagonia usw. 95 — 98; pl. 21, 15—22,16. Macdonald, Cat. of greek coins in the Hun-terian coli. 2, 236 pl. 45, 16. 17. Imhoof-Blu-mer, Kleinasiatische Münzen 1, 6 f. Taf. 1, 5.Babeion, Tratte des monnaies Gr. et Born. 2, I,p. 402. Collection Strozzi: Medailles grecqueset romaines 127 nr. 1559. [Höfer.]