Sphinx (stilist·.: Befliigelung etc.) 1362
vgl. Maximilian Mayer, Archäol. Zeitung 1885S. 127; Drexler ob. Bd. 1 Sp. 2439f.), auf Les-bos Cat. Brit. Mus. Troas etc. Taf. 32, 7) so-wie auf vielen anderen Typen des Ostens. Wirnennen die Sphinxprotome über einem Thun-fisch von Kyzikos (Imhoof- Blumer u. Keller,Tier- u. Pflanzen!). Taf. 13, 10; auch liegendeSphinx sowie Doppelsphinx mit einem Kopf [vgl.unt. Sp. 1401, 64] kommen in Kyzikos vor, a. a. 0.S. 76; vgl. die Elektronmünze Num. chron. 3, 7,1887, pl. 4, 30), die neben einer Rose sitzendeSphinx auf Münzen von Rhodos ( Perey Gardner,Types Taf. 10, 21), die Münzbilder von Perge in Pamphylien (Mionnet 3, 460 nr. 75ff.; 1m-hoof-Blumer, Monnaies grecq. S. 333 nr. 54;P. Gardner, Taf. 15, 3 S. 40; Cat. Brit. Mus.Lycia Taf. 24, 4; vgl. den von Imhoof-Blumerfür kilikisch gehaltenen Typus der zwischenzwei Sphinxen sitzenden Aphrodite a. a. O.Taf. G 15 S. 372 ff. = P. Gardner Taf. 10, 34)und solche von Kypros (wie bei anderen ky-prischen Sphinxdarstellungen, s. ob. Sp. 1346,klettert das Fabelwesen an einer Blumenrankeempor, P. Gardner Taf. 4, 40 = Imhoof-Blu-mer u. Keller, Tier- u. Pßanzenb. Taf. 13, 12.)Wir stellen bei dieser Gelegenheit einigesWeitere über die spätereVerbreitung der Sphinxals Miinztypus zusammen.Im Osten zeigen sich zweiSphinxe mit Preisurnedazwischen in Arados(. Pietschmann, Gesch. derPhöniz. S. 235); Sphinxmit Harpyie in Gabalain Syrien (Eckhel, Doctr.num. 3, 313f ; Mionnet 5,235 nr. 637). Naheliegendwar der Typus für Alexan-dreia, wo er die mannig-fachste Verwendung fand, z. B. auf MünzenDomitians (Mionnet 6, 91 nr. 403), des Antoni-nus Pius (Imhoof-Blumer u. Keller Taf. 13, 15),vor allem auf denen Hadrians (Eckhel 4, 40. 63;Mionnet 6, 202 nr. 1347). Gewöhnlich tritt hierdie ägyptische, flügellose Form auf (s. die beiImhoof-Blumer u. Keller Taf. 13, 15. 16 abge-bildeten Exemplare). Merkwürdig ist die alexan-drinische Bronzemünze Hadrians (a. a. 0. Taf. 13,14; Cat. Brit. Mus. Alexandria Taf. 26, 850), aufder eine dreiköpfige Sphinx mit aufgebogenenFlügeln erscheint, den linken Vorderfuß auf einRad, das Symbol der Schnelligkeit, setzend wieoft derGreif. Eine vierköpfige Marmorsphinx ausÄgypten im Wiener Hofmuseum (Saal XI nr. 95)stammt wohl ebenfalls aus der römischen Kaiser-zeit. Von römischen Münzen fügen wir hinzudie der Gens Carisia d. J. 49/8 v. Chr. (Cohen,Med. cons. S. 77 Taf. 10, 8), die des Augustusmit der Inschrift 'Armenia eapta’ (Eckhel 6, 98.5, 164) sowie einen kleinasiatischen Cistophordesselben Herrschers (Fig. 19)mit schönen natür-lichen Flügeln (Imhoof-Blumer u. Keller Taf. 13,13), die des Kaisers Albinus mit zwei stehendenSphinxen zu den Seiten einer sitzenden männ-lichen Gottheit und der Inschrift 'Saeeulo fru-gifero’ ( Frohner, Les medaillons de l’emp. rom.S. 161). Interessant ist es, die Sphinx auf den
Münzen des südlichen Spaniens geradezu vor-herrschend zu finden: sie erscheint in HispaniaBaetica zu Iliberis (Mionnet 1,15 nr. 118), Osca(1, 23 nr. 178), ürso (1, 28 nr. 202ff.), Asta (1, 5nr. 28) und auch in Hispania Tarraconensis zuCastulo (Mionnet 1, 37 nr. 265f.; vgl. Hübner,Jahrb. d. Inst. 1898 S. 125).
Den Münzen reihen sich Gemmen (mit auf-gebogenen Flügeln, z. B. Imhoof-Blumer u.10 Keller a. a. O. Taf. 26, 34. 35. 36. 38. 39 =Furtwängler, Gemm. Taf. 5, 22 [Melos]) undviele andere Darstellungen des Ostens undWestens an, die hier nicht im einzelnen ver-folgt werden können. Aber die griechischeKunst ging einen Schritt weiter. Sie setztean die Stelle des stilisierten Flügelschemasdie natürliche Vogelschwinge, meist mit ge-brochenem, nach unten verlaufendem Umrißund vollendete damit wie bei anderen Flügel-20 gestalten so auch hei der Sphinx das klassischeIdeal des fremden Fabelwesens. S. Morin-Jean,Les dessins des animaux en Grece d'apres lesvasespeints (Par. 1911) S. 194 ff. Den geknicktenFlügelumriß hatte man schon vor Zeiten mitwenig Naturtreue in Ägypten einzuführen ver-sucht, s. z. B. das Sphinxrelief, welches dieGemahlin Thutmosis ’ III., Iiatschepsut, darstellt(Prisse d’Avennes, Hist, de l’art. egypt. Atl. 2Taf. 34, 4; vgl. ob. D Ve, G Va 5, b 2); die30 griechische Neubildung steht außer Zusammen-hang damit. Obwohl diese bald mehr undmehr an Boden gewinnt, in der rotfigurigenVasenmalerei, ebenso in der Plastik des freienStiles durchgeführt ist, obwohl sie in der Klein-kunst zur Regel wird und auch im Osten undsonst (s. z. B. die liegende Sphinx auf zweiSiegelringen von Kreta Journ. of Hell. stud.Bd. 32, 1912, S. 295 Fig. 5 a. 6 a) Eingang fin-det, so greift man doch sehr oft während der40 folgenden Jahrhunderte in archaisierender Weisezum aufgebogenen Typus zurück. E. Knoll(Stud. zur alt. Kunst in Grienh. S. 51) hebt her-vor, daß sich für Kultusgegenstände die ältereForm bei Sphinx und Greif länger gehaltenhat. Für den Übergang ist die Monum. delV Inst.6 Taf. 14 publizierte sfg. Vase belehrend, aufder in einer Darstellung zweier Sphinxe, dieeine Sirene umgeben, die letztere zwar der Na-tur nahekommende Formen aufweist, erstere50 aber noch streng stilisierte, aufgebogene Flügelhaben. Zuletzt sucht man sogar beide Flügel-formen einigermaßen zu vereinigen, indemman dem natürlichen Schema eine umgebogeneSpitze gibt. Als Beispiele seien nur genannt:zwei Gewichte von Antiocheia (Monum. delVInst. 4 Taf. 45, 1 u. 2); eine antike Paste inBerlin ( Overbeck, Heroengall. Taf. 1, 8); dieSphinxe auf dem Panzer der Augustusstatuevon Primaporta (Monum. 7 Taf. 84; Studniczka,60 Rom . Mitt. 25, 1910, S. 30f.) wie auf einemdem Kaiser zugeschriebenen Siegelring in Flo-renz (Milani, Stud. e mat. 2,172); die Sphinxan einem Sessel (rechts) des großen PariserTiberius-Cameo(jBaM»(eister,De«im.3 Fig. 1794;Furtwängler, Die ant. Gemm. Taf. 60); eineBronzesphinx von hervorragender Schönheit ausPompeji ( Baumeister , Denkm. 3 Fig. 1772); dieSphinx eines Sarkophagdeckels im Lateran aus