1367 Sphinx (in d. griech. Sage)
holt Hindeutungen darauf ( Pyth . 4, 263: Οίδι-πόδα αοφίαν, Fragm. 177, 4: αίνιγμα παρ&ένονάγρι&ν γνά&ων) ; eine Anspielung enthält Ae-schylos, Agam. 80; von Sophokles , Oed. Tyr. 36wird die Sphinx βχληρα όοιδός, 130 ποικιλωδός,391 ραψωδός κνων, 1199f. παρθένος χρηβμωδόςgenannt; Oidipus sagt 393 f. : καίτοι τό γ’ αί-νιγμ’ ονχϊ τονπιόντος ήν άνδρός διειπεϊν, άλλαμαντείας έδει. Ebenso gedenkt natürlich Euri-pides oft des Sphinxrätsels. Es heißt αοφήςαίνιγμα παρθένον Phoen. 48, δναξ,ννετον μέλοςΣφιγγός άοιδον 1δ06ί’., παρ&ένον κόρας αίνιγμ’άβννετον 17.-10 f. , μονααι 50 (vgl. άπομονβοτά-ταιαι ώδαίς 807, αλνρον άμφί μονβαν 1028), s.auch 1049. 1353. 1759. Man dachte es sichgesungen, wie diese Belege ergeben; überlie-fert ja auch Apollodor (3, 5, 8), von den Musenhabe die Sphinx das llätsel erlernt. Die Verseselbst standen bei Aslclepiades in den Τραγω-δονμενα. Aus dieser Quelle tauchen sie anverschiedenen Stellen in wenig abweichenderFassung auf. S. Ohlert, lUitsel und Bätselspieleder alten Griechen, 2. Aufl. S. 24f. Über denHergang erzählte Asklepiades, wie aus der über-einstimmenden Tradition Apollodors und desEuripidesscholiasten ( Schol. Eurip. Phoen. 45,vgl. Fragm. hist, graee. 3, 305 fr. 21) ersichtlichist, daß sich die Thebaner alltäglich zur Bera-tung über das Unglücksrätsel ( δνβαίνιγμα Schol.Eur. a. a. 0.) versammelt hätten, wußten sie jadurch Orakelspruch, nur nach seiner Lösungwerde die Landplage schwinden. Nach jederdieser vergeblichen Zusammenkünfte habe danndie Sphinx einen von ihnen verschlungen. Dasbei Apollodor nur in Prosa mitgeteilte Rätsel:τί έβτιν, ο μίαν ϊχον φωνήν τετράπουν %αϊ δί-7ΐονν καί τρίπονν γίνεται·, wird aus Asklepiadesmehrfach in 5 Hexametern überliefert (s. obenden Art. Oidipus Bd. 3 Sp. 718, 1); aus andererQuelle stammt wahrscheinlich die Lösung desOidipus in Distichen (ebd. Z. 13). Schol. Eur.a. a. 0. wird hinzugefügt, nach Ansicht einigerhabe Oidipus , indem er auf sich selbst gezeigt,das Rätsel zufällig erraten, worauf sich dieSphinx zerfleischte. Möglicherweise beruhtdiese Version nur auf Mißverständnis von Bild-werken, die den Helden mit ähnlicher Gebärde,in nachdenklicher Überlegung darstellten.
Nach mehrfach überlieferter Auffassung, wo-durch allerdings eine vorherige Rätsellösungkeineswegs ausgeschlossen ist, wurde die Sphinxvon ihrem ritterlichen Gegner erschlagen (s.Bethe, Theb. Heldenlieder S. 20). Dafür scheintKorinna als Zeugin angesehen werden zu müssen(Schol. Eur. Phoen. 26: τινες δέ καί την μητέραint αντοϋ (Οιδίποδος) άνηρήβ&αι, ανελεΐν δεαυτόν ον μόνον την Σφίγγα, άλλα και την Τεν-μηΰίαν άλώπεκα, ώς Κόριννα, Corinn. fr. 33;Bergk, Poet. lyr. gr. 3, 552). Wie auf einerattischen Lekythos mit Goldschmuck aus Cy-pern Oidipus die Sphinx mit der Lanze tötet,auf Gemmen mit dem Schwert (s. ob. unterOidipus Bd. 3 Sp. 716, 48 bis 717, 43), so weisenauch die Worte des Euripides (Phoen. 1507):Σφιγγός άοιδοΰ Βώμα φονεύσας, ebenso auch diedes Empfangsdichtes auf Demetrios Poliorketes (Bergk, Poet. lyr. graec. 3, 674 ff.; vgl. ob. Bd. 3Sp. 718, 61 ff.) auf solche Sagenform hin, die
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in den verschiedenen euhemeristischen Erzäh-lungen späteren Ursprungs wieder aufgenom-men wird. Dagegen stürzt sie sich bei Apollo-dor und sonst nach erfolgter Rätsellösung selbstin die Tiefe (Apollod. 3,5,8: ή μεν ovv Σφίγξαπό τής άκροτιόλεως έαντήν ίρριψεν; Argum.Eurip. Phoen. S. 396, 17 Fauch: ή Σφίγξ έαντήνάναιρεΐ τίαραχρήμα ριψααα τον άέρος; Diod . 4,64, 4: ένταν&α την μεν Σφίγγα κατα τον μνίΤο-λογονμενον χρησμόν έαντήν κατακρημνίΰαί).
Der Verlust wichtiger Dichtungen hindertuns daran, die Gestalt der Sphinxsage in deneinzelnen Stadien ihrer Entwicklung vollständigzu überschauen. Mit der Oidipussage tritt sienicht überall verknüpft auf, Homer nenntwenigstens das Ungeheuer nicht, und noch beiHesiod mangelt die klare Beziehung zu Oidipus .Hingegen läßt sich in der Oedipodie die Ver-schmelzung beiderSagen nachweisen. WeilLaiossich an Chrysippos vergangen hatte, zürnte ihm,von Pelops beschworen, Hera ; um ihrer Rachezu entgehen, ließ er den neugeborenen Oidipusauf der Höhe des Kithairon aussetzen, wo sichder Göttin heilige Wiese befand. Dennoch be-drückte die von Hera aus Aethiopien gesendeteSphinx menschenraubend das thebanische Volk.Auf den Rat des Teiresias machte sich des-halb der König auf, um der beleidigten Ehe-göttin zu opfern, wird aber unterwegs — essind Jahre vergangen — von Oidipus erschla-gen, der seinerseits nach Theben wandert unddie Sphinx besiegt. Unsere Kunde über diesesEpos ist so lückenhaft, daß die Ansicht ge-äußert werden konnte, die Sage vom Sphinx-rätsel sei erst späteren Ursprungs, nur durchGewalt habe Oidipus darin das Ungeheuer über-wunden, nicht als Rätselheld. Dagegen erhebensich indessen auf Grund der Sagengeschichteernste Bedenken, die von verschiedenen Seitengeltend gemacht worden sind, obwohl an undfür sich das Rätselmotiv entbehrlich wäre (wiees neuerdings H. v. Hofmannsthal in der Tra-gödie ' Ödipus und die Sphinx ’ völlig ausge-schieden hat). Die Sage von dem verderblichenPlagegeist, der die Rätselwette eingeht, vonOidipus darin besiegt wird und, vielleicht durchAnwendung von Gewalt, zugrunde geht, er-scheint also in Böotien, dem Ursprungslandeder Oedipodie , altheimisch; das Ungetüm wardaselbst, wie aus Hesiods Andeutungen er-schlossen werden muß, auf dem Sphinxbergelokalisiert.
Von der in der Oedipodie erzählten alt-böotischen Sagenform weichen die Tragiker inwesentlichen Punkten ab. Für uns kommt inBetracht, daß bei ihnen nicht mehr Hera alsRächerin eines unnatürlichen Frevels das Un-heil veranlaßt, sondern der delphische GottApollon im Hintergründe steht, der des Laiosund der Iokaste Ungehorsam straft. Trotzseiner Warnung hatten sie den UnglückssohnOidipus erzeugt. Zu welchem Zeitpunkte nachdes Aeschylos Oedipodie die Sphinx in Thebenerschien, ist nicht zu erkennen; bei Sophokles beginnt sie, so scheint es, erst nach des LaiosTode zu wüten (s. aber v. Wilamowitz , Griech.Trag. 1 S. 6, 1); in den Phoenissen des Euri-pides ist dieser Tatbestand ausgesprochene Vor-
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