1381 Sphinx (im griech. Volksglauben)
machen zu wollen, die andererseits dafür ver-wendet worden sind, sie als 'Lichtwesen’ zuerweisen, dürfte zu gewagt sein, obwohl inattischer und hellenistischer Zeit ein erneutesHervortreten des im Epos zurückgedrängtenGespensterglaubens beobachtet wird. Wennz. B. die Sphinx mit Strahlenkranz dargestelltist, so gibt uns das noch kein Recht, demKünstler zuzutrauen, er habe damit den Mittags-geist kennzeichnen wollen, da der Strahlenkranz
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kennt jetzt auch Crusius an), oder an die inder Klassischen Walpurgisnacht des Faust auf-tretenden Lamien, die 'lustfeinen Dirnen mitLächelmund und frechen Stirnen, wie sie demSatyrvolk behagen’, an Mephistos 'Miihmichen’Empuse und ihre 'mahrtenhafte Verliebtheit’,wie sich Laistner ausdrückt ( Rätsel der SphinxS. 61). Viele Märchenüberlieferungen vom'minnenden Alp’ liefern Analogien aus neuerer10 Zeit. Was die griechische Sphinx betrifft, sowäre zu beachten, daß schon in der archaischenPeriode Aphrodite mit zwei Sphinxen auf den
im allgemeinen zur Andeutung eines Furchtund Entsetzen verbreitenden Wesens gebrauchtsein kann ( Stephani, Nimbus u. StrahlenkranzS. 79 f.). Außerdem kommt ja bei Beurteilungjener Momente in Betracht, daß seit der Ent- 50stehung derjenigen Version der Oidipussage,in welcher der delphische Apollon maßgebendist, eine nähere Verbindung des Sphinx mitdem Lichtgotte, von der vielleicht die Sphinxder Naxier zu Delphi Zeugnis ablegt (auch zuDelos ist eine archaische Sphinx gefunden wor-den, Arch. Ztg. 1882 S. 329), leicht erklärlichsein würde.
Neben dem furchtbaren pflegt hei zahl-reichen Seelenwesen der buhlerische Charak- 60ter ausgeprägt zu sein. Man denke an dieSirenen und das von Crusius a. a. 0. vor-trefflich erklärte hellenistische Beliefbild der'Epiphanie der Sirene’ ( Schreiber, Hellenist.Peliefbilder Taf. 61; vgl. G. Weicher, He Sire-nibus S. 37f., Seelenvogel S. 74, 181, ob. unter'Seirenen’ Sp. 615 Abb. 8; daß der liegendeMann dem dionysischen Tbiasos angehört, er-
Schultern als Spiegelstütze vorkommt (gefundenin Korinth , s. Arch. Ztg. 1876 S. 161 Taf. 14, 1).Höchst charakteristisch ist das Bonmot aus derNeottis des Anaxilas: σφίγγα Θηβαίατ Si πά-σας ΐατι rag πόρτας καλεΐν ( Meineke, Fragm.Com. 3, 348; Kock 2, 270 fr. 22 V. 22ff.), demein ähnliches des Komikers Kallias über die'Sphinxe von Megara’ ( Kock 1 , 698 fr. 23) zurSeite steht, das in der lexikographischen Über-lieferung vielfach nachklingt ( Hesych. s. v. Με-γαρικαϊ σφίγγες · Καλλίας πόρτας τινας όντωςεΐ'ρηχεν, Suid., Phot., daraus interpoliert Ps.-Diog. 6,35 und weiter Apostol. 11,15. — LaistnersErklärung der Μεγαρικαϊ σφίγγες aus einemWortspiel mit μέγαροτ: „das meint vielleicht. .. einen Gegensatz zur Feldmahrte, die Haus-mabrte“, a. a. 0. S. 60, vermag ich nicht bei-zustimmen, auch nicht einer Kombination Tüm-pels über die Sache, Perl. Philol. Wochenschr.1893 Sp. 554). Auch Plutarch vergleicht mitihr die schmeichelnde Macht der Liebe (Stob.Floril. 64, 31: άμέλει και ή Σφιγξ εϊχετ ίπα-γωγότ το ποίκιλμα τον πτερον . . . οντιο δη καί
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