1383 Sphinx (im griecli. Volksglauben)
o fpojg ϊχει τι χαρίεν καί ονκ άμουσο v, άΙΙάαίμνλον : χαί έηιτίςπές %τλ.). Man wird die Vor-stellung, die Sphinx sei auch von verführeri-scher Schönheit gewesen, nicht etwa, wie dasversucht worden ist, erst aus dem Umstandeerklären dürfen, daß ihr die Kunst der Blüte-zeit eine bezaubernde Anmut verliehen hat,sondern umgekehrt den Liebreiz jener Bildwerkeaus dem sinnlichen Elemente ableiten müssen,das dem ursprünglichen Gespenste eigentiim- 10lieh war. Der Verzicht auf das Finstere und
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Sphinx (im griecli. Volksglauben) 1384
ist. Von der Vasenform sind nur Hals und Henkelentlehnt, die unmittelbar hinter dem reichgeschmückten Haupte hervorragen ( Stephani,Compte rendu 1870/1 Taf. 1, 1 u. 2; Antiq. dela Musste merid. Fig. 110; May et et Collignmi,Hist, de la ceram. grecq. S. 272 Fig. 104; Ztschr.f. hild. Kunst N. F. 6 S. 236). Dieses und ähn-liche Gefäße bespricht G. Treu, Griecli. Ton-gefäße in Statuetten- u. Büstenform (35. Merl.Winckelmannsprogr. Berl. 1875). Die erotischeBeziehung dieser zu weiblichem Gebrauch be-stimmten Lekythos wird bestätigt durch den
Furchtbare, den man einem gewissen Euphemis-mus der griechischen Denk- und Darstellungs-weise zuzuschreiben liebt, findet somit eineungesuchte Begründung im inneren Wesen derGestalt. Am vollkommensten ist dieser Ein-druck durch die Sphinx von Aigina (Fig. 21/2)erreicht, ein ausgezeichnetes Marmorwerk aus 50der Zeit um 460, das auf der rechten Giebeleckedes Aphroditetempels stand und für würdig be-funden worden ist, in ergänzter NachbildungFurtwänglers, seines Entdeckers, Grabstätte inAthen zu schmücken (s. dessen Aufsatz Münehn.Jahrb. d. hild. Kunst Bd. 1, 1906, S. 1 ff. ; überdie Ergänzung von K. Baur ebd. 1910, 1 S. 145).Der Tierkörper ist hier wie für Sphinx und Greiföfter in Griechenland , wo man Löwen nichtbeobachten konnte, der einer Hündin; der Kopf 60von einzigartiger Schönheit (s. Bulle, Her schöneMensch 2 Taf. 244 Text Sp. 514f. Abb. 162). AlsBeispiel mag ferner jenes herrliche, in reichemFarbenschmuck erhaltene Salbgefäß attischenUrsprungs in Form einer Sphinx dienen (Fig. 23),das im Grabe einer vornehmen Griechin des4. Jahrh. in Südrußland gefunden wurde undjetzt ein Prachtstück der Petersburger Eremitage
Vergleich ähnlicher Salbgefäße derselben Zeit,die in Form einer muschelumgebenen, aus demMeere auftauchenden Aphrodite gebildet sind(Arch. Ztg. 1875 Taf. 6. 7; Athen . Mitt. 1882Taf. 13 = Baumeister, Benkm. 3, 1997 Fig. 2147).Tongefäße in Sphinxgestalt sind nichtselten. In Olympia fand sich ein altkorinthi-sches Gefäß dieser Art (Furtwängler, Bronzenvon Olympia, Text S. 201 f.). Ein Aryballos ausägyptischem Porzellan in Form einer Sphinxmit aufgebogenen Flügeln und ägyptischerHaartracht, den man ungefähr der Mitte des5. Jahrh. zuschreibt, wurde auf Aigina ge-funden (Berl. 1289; vgl. Athen . Mitt. 4 Taf. 19,1; Mayet-Collignon a. a. 0. S. 3G7f. Fig. 138).Entwickelt archaischen Stil weist die liegendeSphinx als Salbgefäß Berlin 1320 auf; ein ähn-liches Stück (nr. 1321) stammt aus Kamiros.Alter als die Petersburger Sphinxvase ist auchdie schöne plastische Sphinx des Britischen Museums aus S. Maria di Capua, welche zwi-schen ihren Flügeln die Mündung eines ßhytonträgt (Fig.24; öfters abgebildet; s. z.B. Murray,Journ. of Hell. stud. 8 [1887] Taf. 77. 78, dersie um 440 ansetzt, Furtwängler um 470).