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Vierter Band. Qu - S.
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1387-1388
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1387 Sphinx (symbolisch in Syrien etc.)

sehen Typen ihre Vorbilder in den verschwun-denen Monumenten Babyloniens hatten, die inweit ältere Zeiten hinaufreichten. Andererseitswirken sie fort in der monumentalen Kunstder persischen Blütezeit. Die Paläste der per-sischen Großkönige zu Persepolis , in denenNachklänge der mesopotamisehen Kunstübungsich lebhaft geltend machen, weisen auch diegeflügelten Stiere mit dem Herrscherantlitz auf.Noch jetzt stehen derartige Flügelwächter anden Ruinen der Propyläen des Xerxes ( Justi,Geschichte Persiens S. 102f. Abbildungen beiLajard, Culte de Mithra Taf. (i. 7; Stolze, Per-sepolis 2 Taf. 87f.; Perrot et Ghipiez 5 S. 690T. 2, S. 692 T. 3; vgl. S. 722 T. 7).

Diese Dämonen verbreiteten sich vom Tigrisbis ans Mittelmeer und waren am Anfänge desersten vorchristl. Jahrtausends in entsprechen-der Umgestaltung Phönikiern und Hebräern als'Kerubim geläufige Typen, wenn auch derassyrische Ursprung dieses Wortes bestrittenwird ( Zeitschr. f. Assyriol. 1, 68 f. 6, 124 ff.) Aufihnen thront Jahwe wie die babylonischen Götterund Könige; sie sind Wächter des Paradiesesund der Bundeslade; die phönikischen KünstlerHirams schmücken damit (um 950) den TempelSalomos, wodurch Jahwes Macht und Gegen-wart angedeutet werden sollte (Stade , Gesch.d. Volkes Israel 1, 329. 442f. 2, 232; Ohnefalsch-Richter, Kypros S. 449; K. Knoll, Pas Attri-but der Beflügelung S. 28 ff.). Über die 1 . Heg.7. 27ff. erwähnten, mit Keruben geschmücktenehernen 'Gestühle des tyrischen KünstlersHiram hat ein Fund bei Larnaka auf KyprosAufklärung gebracht nach Furtwängler, Ber.d. Bayr. Akad. phil.-hist. Kl. 1899 Bd. 2, 411 ff.(ders., Pie Woche 1900 nr. 21 S. 901 f.); andersPoulsen S. 63. Schon mehrere Jahrhundertevor Salomo war auch der ägyptische Sphinxeingewandert und von Mesopotamien her be-einflußt worden. Bemächtigt hatte sich der Ge-stalt das zwischen Euphrat und Taurusgebirge,ursprünglich wohl im inneren Kleinasien an-sässige, noch vielfach rätselhafte Volk der Che-titer, in dessen Gebiet sich eine Verbindungbabylonischer und ägyptischer Kunstweise voll-zogen haben muß, die für einen großen Teildes Orients von bleibender Bedeutung war. ImChetiterlande ist der Greifentypus heimisch,der später auf verschiedenen Wegen nachGriechenland gelangte; auf chetitischen Denk-mälern erscheinen Greif und Sphinx verbundenals Wächterpaar (Beispiele bei Furtwängler ob.Bd. 1 Sp. 1752f., und bei Ohnefalsch-Richter,Kypros S. 440, vgl. S. 33 Fig. 13, Atl. Taf. 31,14), eine Gegenüberstellung, die in der grie-chischen Kunst später so häufig ist. Die Aus-grabungen in Sendschirli haben am äußerenBurgtore der kreisrunden Chetiterstadt Samaaldas Relief eines schreitenden, geflügelten Löwenans Licht gefördert, aus dessen Nacken sichein Menschenhaupt erhebt (Ausgrab, in Send-schirli 1 , Berl. 1893, S. 11 Fig. 3; 3, 229 Fig. 134,Taf. 40 a. Ein ähnliches Motiv auf der 'proto-korinthischen Lekythos in Boston Amer. Journ.of Arch. 4, 1900, Taf. 5). Eine Sphinx schütztedaselbst das südliche Stadttor (3, 206 Fig. 97Taf. 34 e), eine weitere das äußere Burgtor (3,

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222 Fig. 122 f. Taf. 38c), sphinxgeschmückteSäulenbasen 3, 349; 4, 331 Fig. 240 Taf. 55f).Demselben Kunstgebiet gehören die beidenmächtigen flügellosen, ebenfalls weiblichenSphinxe an, die bei Ujiik den Mauerring einesalten Königsitzes in Kappadokien hüten (Perrot.Guillaume et Pelbet, Explor. archeol, de la Ga-latie et de la Bithynie 2 Taf. 65. 67; Perrot etGhipiez, Hist, de lart 4, 661 Fig. 323, S. 665Fig. 327; Ramsay, Athen , Mitt. 14, 189; Ha-mann u. Puchstein, Reisen in Kleinasien undNordsyrien S. 385; Sayce , The Hittites S. 85;Macridy-Bey, Mitt. d. Vorderasiat. Gesellsch.1908 H. 3). Aufgerichtet wachen sie am Süd-tore der die Burg umschließenden Befestigungund erinnern durch ihre Flügellosigkeit anÄgypten , in ihrer architektonischen Verwendungan die Mannlöwen Assyriens , im Haarschmuck,der sich volutenartig nach außen umbiegt, andie syrische Göttin von Qadesch . Ihre Ent-stehungszeit war umstritten, und es galt fürunsicher, ob das Königsgeschlecht, das die Ko-

25) Sphinxfigur von Hagia Triada auf Kreta (uach Maraghiannis, Anliquites crctoiscs Taf. 24, 2).

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losse errichten ließ, damals blühte, als dieägyptischen Herrscher der 18. und 19. Dynastiegegen die 'Cheta zu Felde zogen (Perrot etGhipiez 4, 703; ähnlich Sayce a. a. O. S. 116f.),oder ob es viel später, nach dem Zusammen-bruche der Ohetitermaclit, seine imponierendenBauten aufgeführt habe. Jetzt scheinen dieAusgrabungen in Boghaskiöi jene Zweifel amälteren Ursprung zerstreut zu haben (Ed. Meyer,Gesch. d. Altert.- 1 , 2 §474. 478; anders v. Lu-schan, Per alte Orient 13 H. 4 S. 38 ff.). Flügel-los und syrisch frisiert ist auch die kleine lie-gende, katzenartige Sphinxfigur von Steatit ausdem Palast von Hagia Triada auf Kreta (A. dellaSeta, Rendic. d. Accad. d. Lincei 16, 699 ff. Taf.Fig. 4; G. Nicole bei Paremberg- Saglio, Art.Sphinx S. 1432f. Fig. 6541; Poulsen, Orient u.frühgr. Kunst S. 75), ein aus dem vorderasiati-schen Kulturkreise, wie es scheint, importiertesStück (Fig. 25).

Wie in späteren Epochen, nach dem Nie-dergang des Reiches der Chetiter im 12. Jahrh.,die syrischen Lande bald assyrischer, bald ägyp-tischer Macht und Kultur unterworfen waren,wie insbesondere die Phönikier in ihrer Kunst-industrie die verschiedenen Elemente zu ver-einigen suchten, ohne Selbständiges zu leisten,und dann mehr und mehr griechischem Ein-flüsse verfielen, kann hier nur gestreift werden.Den einheimischen Flügelgestaiten Assyriens ist der Sphinxtypus von außen zugesellt worden,

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