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Vierter Band. Qu - S.
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1389-1390
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1389 Sphinx (symbolisch in Syrien etc.)

wie phönikische Bronzeschalen aus Nimrud be-weisen (Fig. 26), schon im 9. Jahrh. unter Assur-nasirbal. Er begegnet uns im Palaste Assar-baddons, des Eroberers vonÄgypten, im 7. Jahrh.zu Nimrud in der geflügelten, weiblichen FormSyriens mit hörnerumgebener Kopfbedeckungund findet, liegend dargestellt,tektonische Verwendung als Säu-lenbasis ( Layard, Ninevehß. 152Fig. 13 der Meißnerschen Übers.;

Milchhöf er, Athen . Mitt. 4, 48;

Perrot et Chipiez 2, 584 Fig. 85;

Puchstein, Die ionische SäuleS. 34 Abb. 41; vgl. besonders dieobengenannten Doppelsphinx-basen des 8. Jahrh. von Send-schirli: Ausgr.in S. Bd. 4 Taf.56).

Der aufrecht stehende Typus miterhobener Vorderpfote in einer Kampfszenekommt u. a. als Gewanddekoration des As-surbanipal vor ( Perrot et Chipiez 2, 619Fig. 305; vgl. S. 772 Fig. 444). Wenn dasFabeltier hier besiegt wird, wie zahlreichedämonische Gestalten jener Kunstwelt, soist das eine Auffassung, die, abgesehen vonder Oidipussage, den Sphinxdarstellungenanderer Völker fernliegt. Wie andere ägyp-tische Motive spielte übrigens der Sphinx-typus in Assyrien eine Nebenrolle; in vielenFällen sind die betreffenden Stücke, vor allemdie der Kleinkunst angehörigen, als importiertanzusehen. So eine Elfenbeinplatte aus Nim-rud , worauf eine geflügelte, schreitende Sphinxmit ägyptischem Kopftuch, bei Perrot et Chipiez2, 533 Fig. 248 und Ohnefalsch-Richter, ICyprosTaf. 113,1, die nach letzterem auf Kypros gefer-tigt wurde und die ähnliche hier (Fig. 27) wieder-gegebene (vgl. dazu Poul-sen S. 40f.). Die erwähntenBronzeschalen aus Nimrud läßt Poulsen (S. 7 ff.) vonphönikischen Handwer-kern am Hofe Assurnasir-bals gefertigt sein, da sichihr Typus trotz ägypti-scher und chetitischer Ele-mente dem der assyrischentorhütenden Fabeltiereeng anschließt.

in unserm Zusammen-hang heben wir ihrer gro-ßen Verbreitung wegennoch eine Gattung der-jenigen Arbeiten hervor,woraus sich Berührungs-punkte mit der griechi-schen Symbolik der Sphinxergeben: die zum großen Teil von Phönikiernhergestellten und exportierten geschnittenenSteine. Ein Siegel bei sich zu führen, war 60im Orient seit uralten Zeiten allgemein ver-breitete Sitte. Von den Babyloniern bezeugtes ausdrücklich Herodot (1, 195), bestätigtwird es durch die Tausende der in vielenGegenden Vorderasiens und anderwärts auf-gefundenen Siegelzylinder und Siegelsteine. Wieähnliche Doppelwesen, sind darauf auch Sphinx-darstellungen häufig; es ließe sich durch sorg-

Sphinx (symbolisch in Syrien etc.) 1390

faltige Sonderung der einzelnen Gruppen eineReihe von Motiven und Kombinationen fest-stellen. In der Weise der altbabylonischen Auf-fassung, nach der Gottheiten oder Könige mitLöwen und anderen Ungeheuern kämpften,werden auf chaldäischen, assyrischen, persischen

30 Zylindern Sphinxe bezwungen (z. B. Collectionde Clercq Bd. 1 Taf. 30, 321, Taf. 31, 334. 337.338, Taf. 32, 35U 352. 354, Taf. 39, 337 bis ,Bd. 2 Taf. 3, 51; l^ajard, Culte de Mithra Taf.50,6 = Menant, Glyptique Orient. 2, 221 Fig. 214.Auf dem zuerst aufgeführten, altassyrischenZylinder sind die beiden Sphinxe, wie auchnoch auf manchen späteren Beispielen, bärtig).

Dieses Motiv blieb ohne bemerkenswerte Ein-wirkung auf den Westen. Zahlreicher sind dieglyptischen Arbeiten, auf denen die meist bär-tigen, mitunter gekrönten Flügelsphinxe (z. B.Perrot et Chipiez 5, 853 Fig. 504 = Ohnefalsch-Richter, Kypros Taf. '77, 12) zu beiden Seitendes heiligen Baumes gruppiert erscheinen, wo-für auch in der Art der kanaanäischen Äscherenein palmettengeschmückter Pfahl eintritt (z. B.Layard, Culte de Mithra Taf. 57, 2 = Ohne-falsch-Richter, Kypros Taf. 77, 9. L T m ein Säul-

26) Spliinx von einer Bronzetasse au3 Nimrud ("nach Poulsen Abb. 2).

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27) Relieffragment mit zwei Sphinxen aus Nimrud (nach Poulsen Abb. 24).

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