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chen sitzen die Sphinxe anf einem konischenSiegel bei Perrot et Chipiez 3, 136 = Ohnefalsch-Bichter, Kypros Taf. 32,15). Sie liegen, sitzen,heben eine Vorderpfote, stehen aufgerichtet,steigen am Baume empor, alles Stellungen, dieuns bereits bekannt sind. Kombinationen mitGötterbildern, Sonne, Mond und Sternen, mitFabeltieren, auch mit Sterblichen sind häufig;in babylonischer und chetitischer Weise stehennicht selten die Gottheiten auf den Sphinxen(s. Lajard , Culte de Mithra Taf. 49, 9 [= Me-nant, Glypt. Orient. 2 S. 64 Fig. 58], 54 A, 13;Ohnefalsch- Bichter Taf. 99, 4); für uns ist be-merkenswert, daß den Sphinxen auch hier, wiein den oben erwähnten Monumentengruppen,die Bedeutung dämonischer Wächter zukommt.Die Fabrikationsorte waren zahlreich; ohneZweifel haben sich die Phönikier, die seit dem9. Jahrh. in näherer Beziehung zu Assyrien standen, lebhaft in dieser Industrie betätigt.Zu Sidon, Tyros, Byblos arbeitete man in assy-rischem, chaldäischem, persischem Geschmack,auch Kypros war stark beteiligt (kyprischenUrsprungs sind nach Ohnefalsch-Bichter z. B.die folgenden Exemplare: Kypros Taf. 77, 6.99, 7,.101, 7. 113, 5 [vgl. Text 153f.] 116, 3 u. 6).Aus Ägypten hatte das Handelsvolk zudem diebesonders in der Form des Skarabäus beliebtenAmulettsteine kennen gelernt und ahmte aufdiesen und ähnlichen Anticaglien die Typendes’Niltales nach (s. die Abb. bei Pietschmann,Gesch. d. Phönizier S. 268. 273), indem es vondorther zugleich die prophylaktische Symbolikder Sphinxgestalt übernahm, von der oben dieBede gewesen ist.
§ 3. Die Sphinx als Grabesschmuck in
Griechenland und auf verwandtenKunstgebieten.
Bereits die Ägypter hatten ihren Sphinx-gestalten mitunter die Bedeutung von Grabes-hütern verliehen, wofür nur an den großenSphinx von Gise erinnert werden soll, der durchdie E. v. Sieglin-Expedition als Königslöwe derungeheuren Grabanlage des Chephren erwiesenist (17. Hölscher, Das Grabdenkmal des KönigsChephren, Leipzig 1912; vgl. oben HVIIa).Diese sepulkrale Verwendung tritt auf ver-schiedenen anderen Kunstgebieten ebenfalls her-vor; auch die griechische Phantasie, die denüberlieferten Typus mit reichem Inhalt mannig-facher Art erfüllte, ist nach dieser Richtung hintätig gewesen. Zugrunde lag ihr dabei teils dieAuffassung des Fabelwesens als majestätischruhender Wächter, teils als dahinraffendes Un-getüm, dessen wilder Gewalttätigkeit nichts Le-bendiges widerstehen kann. Für beide Typenlagen orientalische Muster vor. Als Analogiefür die Aufnahme dieser Symbolik darf die durchviele, zum Teil berühmte Beispiele bekräftigteSitte der Griechen gelten, über dem Grabe alsέπίΦημα oder in dessen Umgebung Löwensta-tuen zu errichten (M. Collignon, Lion funerairesur un leeythe blanc d’Athenes, Strena Helbig.S. 41 ff.; ders., Les stat. funer. dans l’art grec S. 42 f.103. 88ff. 226ff.; vgl. auch Österr. Jahreshefte1901 Taf. 4; Badermacher, Das Jenseits im My-thos d. Hell. S. 42; 0. Keller, Die ant. Tier-
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weit 1, 56 ff.), denn auch sie stammt aus demOrient ( Furtwängler, Satrnnl. Sabouroff 1, Skulp-turen, JEinl. S. 51. — Zwei Löwen des Dipylon-friedhofs zu Athen tragen Hieroglyphen, Bull,de corr. hellen. 17, 189). Ist es ja die phöni-kische Vorstellung vom Löwen als Todesdämon(über die Verehrung des löwenartigen Todes-gottes Nergal bei den Phönikiern s. Pietsch-mann, Gesch. d. Phon. S. 267, 2), die auf Ky-pros, Rhodos und anderwärts dazu geführthaben mag, den Löwen auf Grabmäler zu setzen,und die noch in der Grabinschrift und auf demGrabrelief des zu Athen bestatteten PhönikiersAntipatros von Askalon uns entgegentritt, wor-auf ein gespensterhafter 'Grimmlöwe’ (i%&Qo-Xfcov) erscheint und die Seele des Verstorbenenzu zerreißen droht (Kaibel,Epigr. graec. ex lapid.conl. nr. 96; vgl. Pervanoglu, Grabsteine d. a.Griechen S. 12 f.; üsener, De Iliadis carminequodam Phocaico S. 34 ff.; Pietschmann a. a. 0.S. 193).
In der Kunst kleinasiatischer Stämme,die den vorderasiatischen Stil übernommen undzum Teil weitergebildet haben, lassen sichMittelglieder zwischen dem Orient und Hellaserkennen, später auch Spuren rückläufigerEinwirkung von Ionien her (vgl. G. Fredrich,Sarkophagstudien \Nachr. d. Ges. d. Wiss. zu Göt-tingen 1895] S. 9). Im Giebeldreieck des phry-gischen 'Löwenfelsens’ (Arslan-kaja) stehen zubeiden Seiten der mit einer Palmette verziertenFirststütze zwei langgestreckte Sphinxe mitaufgebogenen Flügeln, einer langen Schulter-locke und großen Ohren. Die Ansicht des Ent-deckers Bamsay, daß es sich um ein Grabmalhandle, ist zwar von A. Körte erfolgreich be-stritten worden, der darin eine Kultstätte derGöttermutter aus der Mermnadenzeit erblickt(Bamsay, Journ. of Hell. stud. 5, 1884, S. 241 ff.Taf. 44; Perrot et Chipiez 5, 153. 156 Fig. 108.109; Ohnefalsch-Bichter, Kypros Taf. 78, 1;A. Körte, Athen . Mitt. 23, 1898, S. 91 ff. Taf. 2).Dennoch können sphinxgeschmückte Toten-wohnungen in Phrygien nichts Ungewöhn-liches gewesen sein. Äuf dergleichen kann diedem Homer oder Kleobulos von Lindos zuge-schriebene Grabschrift des sagenhaften Phryger-königs Midas bezogen werden ( Diog■ Laert.1, 89; Bergk, Lyr. gr. 3 4 , 202. 414): XuXv.tr\nag 'fWvog eint, Mlösco ö’ snl erjgaTi. v-slgai v.ta.Benndorf (Griech. u. sicil. Vasenb. zu Taf. 19, 4)zieht daneben eine Sirene in Betracht, Crusius(ob. Bd. 2 Sp. 1164) vergleicht die Ki]Q tvu-(iov'/ps auf dem Grabmal des Koroibos in Me-gara (s. auch v. Wilamowitz , Hermes 34, 220).
Besonders stark vertreten sind Greif, Chi-maira und andere Misch- und Flügelwesen auflykischem Boden. Dort spielt auf Grabdenk-mälern auch die Sphinx eine bedeutsame Rolle.Daß sie Todessymbol war, scheint ihr Auftretenan der Thronlehne der als Todesgöttin erklärtenGestalt des Harpyienmonumentes von Xanthoszu bekräftigen (Friederichs-Wolters, Gipsab-güsse S. 70; Overbeck, Gesch. d. griech. Plastikl 4 , 226); doch möchten wir hierauf kein beson-deres Gewicht legen, da Sphinxe seit alters zurOrnamentik von Thronsesseln verwendet werden.Beweiskräftiger ist, daß auf dem Nereiden-
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