1 64 Br i en z usd Briessir-See.
hatte seine Grafen, wovon der letzte im J. 1107.nacl* * Palästina zog. Am östlichen Anfänge desSees stand elimals das Dorf Kienholz, wo im Jahr1352. die Stadt Bern in den eidgenössischen Bundaufgenommen, und nachher bisweilen Staats-Ver-sammlungen gehalten wurden. Das Schlofs Kien,Stammsitz des Geschlechts gleiches Namens im XIV.Jahrhundert, und das Dorf Kienholz wurden durchLauinen und Steinstürze zerstört; und von Schwändiund ILochstiidten , welche auf denselben Ort erbautwaren, wurden im J. 1797 durch einen Strom vonSchlamm und breiiger Erde 57 Häuser und vieleGärten und Wiesen verschüttet. Die Einwohnerretteten sich auf die Böden ihrer Häuser, und derSchlammstrom stieg zum Glück nicht so hoch; einFuchs erstickte darinn, und eine Otter entkam mitMühe. Der See blieb von der Menge dieses Schlammsmehrere Monate trübe *). Das Schlofs Uns/junnen
Diese Sehlariimströine sind eine schreckliche Begeben-heit in den Gebirgen. Sie zeigen sicJi nur da, woSchiefer und Tnongebirge sind, in deren innern Holenoder mächtigen Spalten sich bisweilen eine ausseror.
*dentliclie Menge Wasser ansammeh, den Schieferoder Thon autiost , endlich durchbricht, und als flüs-siger Schlamm , mit Steintrümmern gemengt, wie einHavastrom erscheint. Die fortstossende Kraft dieserSchlammströme ist unglaublich. Obgleich ihr Laufgar nicht reissend und schnell, sondern sehr langsamist, so bleibt doch jedes Mittel, ihn aufzuhalten, un-wirksam; Alles mnfs weichen, und Alles wird aufdessen Wege mit diesem Schlamm und Schult ange-füllt odor bedeckt. Die Savoyarden nennen solchenSchlammstrom Na nt sauvage (wilder Stromj, und so-bald sic ihn ankommen sehen, 60 warnen sie die tie-fer wohnenden Familien durch heftiges Schreyen,sich zu retten. Aebnlicbe Beyspiele s. unter denArtickeln : liregeller- Thal und TVäggis.