C H A M O U N Y - T H A L.
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französischen Departement Montblanc , von allenLandstrafsen entfernt, abgelegen und ganz ver-borgen. Ist ein Längen-Thal von NO. nach SW.4-5 St. lang, St. breit, vom der Arve durch-
flossen , in NO. vom Col de Bahne in SW. vomMont de Lacha geschlossen; auf der Nordseitedie Kette des Mont Breven; auf der Südseite derMontblanc mit seinen holten Nachbaren, von denenvier ausserordentliche Gletscher (Qlaciers des Bos-tons oder Boissons, des Bois, d' _, 4 rgentiere undde la Tour) und zvvey kleine Gletscher (Glaciersde Gria und Taconay) ins Thal hinabhängen.
Entdeckung dieses Thals. Dieses in derAlpenkette über alles merkwürdige Thal, aus wel-chem der höchste Felsen der alten Welt empor-steigt, war, so unglaublich es scheint, bis zumJ. 1741 ganz unbekannt. Zu dieser Zeit besuchten eszum erstenmal zwey Engländer , Pocock und Wind-ham * *), und entdeckten gleichsam die Natur-wunder dieser von Genf nur ig St. entferntenGegend, für Europa und die Welt. Die ersteNachricht von dem Chamouny-Thale gab der Gen fer -Bibliothekar Baulacre in dem Mercure de laSuisse Monath May und Juny des J. 1743* Den-
sche und orj ktologische Karte. Reliefs vom Chamouny-Thale aus gebrannter Erde kann der Reisende zu Genf ,Lausanne und Bern , für i 1 J't. Carolin kaufen.
*) Pokoke reiste von Genf unter grofser Begleitung mitZelten, Waffen und Nahrungsmitteln versehen ab,weil mau dort diese barbarische Gegend nur von Wil-den bewohnt hielt, jedermann ihn für grofse Gefah-ren warnte, und über sein tollkühnes Unternehmenlachte. Die hohen Gebirge dieses Thals wurden lesMontagnes maudites genannt.