Band 
Zweyter Theil.
Seite
187
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Chamouny-Thal. 187

In diesem Zwischenräume bis zu seiner jetzigenGrenze stehen alte Lerchenbäume.

3) Das Eismeer. Der Weg zu demselbengeht über den Montenvert 3 St. Eine Stunde weitbis zum Chemin des CrysCalliers kann man reiten,und von da ist der Pfad oft sehr steil und rauh,aber ohne alle Gefahr. Bey der Quelle Caillet ,ohngefähr die Hälfte der Reise, ruht man sichaus; man geniefst immer die Aussicht aufs Cha-triouny - Thal, den Mont Breven und die rothenSpitzen nach N. zu. Auf der Höhe des Monten-vert erfrischt man sich an den mitgenommenenLebensmitteln in dem Gebäude, welches Felix Desportes , französicher Resident zu Genf , für dieReisenden hat erbauen lassen, überschrieben ä laNature *). Der Montenvert ist 256g F. über dasThal, 5724 F. übers Meer erheben. Ueber dieseltnen Pflanzen desselben s. man weiter unten.Die Ansicht von der Natur ist von hier einzig;ihre Gröfse setzt in Erstaunen, ihre Nacktheit er-schreckt, ihre Stille rührt die Seele, und das Ganzeder Umgebungen scheint in eine andere furchtbareWelt zu versetzen. Nacli SW. der schwarze Char-moz, nach NO. der röthliche Obelick Dru 5832 F.über den Montenvert erhaben, und zwischen bey-

'*) Hier stand vorher eine kleine aus trocknen Steinen, aufKosten des Engländers Blair errichtete, Hütte, dienach vielen Jahren von Stürmen eiugerissen wurde. Zudem jetzigen Hause bewahrt die Munizipalität in Cha-mouny den Schlüssel, der allen Reisenden anvertraucwird. Man findet ein Stammbuch mit der Aufschrift:Livre des jimis darin, wp jeder den Eindruck, dendie Natur hier auf ihn machte, seine Reisen und Ge-fahren beschreiben kann.