iR6 Chamodry-Thal
schäumend hervorstürzt und zwischen zahllosenSteinen und Eisstücken forteilt. Dieses Eisgewölbeverändert sich stets durch herabfallende Stücke;im Winter sieht man gar keins; es entsteht imFrühlinge nach und nach durch das Anschwellenund heftige Strömen des Arveiron ; bisweilen istes 100-150 F. hoch, und verhältmäfsig breit. Mannähere sich nicht zu sehr diesem Gewölbe, weilbeständig grofce Steine von der Oberfläche desGletschers, oder Eisstücke herabfallen.
Verunglückte Reisende. Am Ende desXVIII. Jahrhunderts traf einer reisenden Familiedas schreckliche Loos, dafs mehrere Personen durchden Einsturz des obem Theils des Eisgewölbes, inwelches man eine Pistole losschols, erschlagen, undandere beym Fliehen in dem wüthenden Stromersäuft wurden. Dieser Gletscher, der seinenNamen von einem kleinen Dörfchen des Bois *)erhalten hat, ist ein Ausflufs des Eismeeres (N°. 3,).Sein Ende im Thal drängt sich mit aller Gewaltan einen Hügel; nach Westen dehnte er sich umviele Klaftern weiter zu den grofsen Granitblöckenaus, die dort am Rande des Hügels, Cöte duTiget genannt, liegen; auf der andern Seite nachNO. hingegen erstreckte er sich vor einigen Jahr-hunderten um 500 Schritte tiefer ins Thal als jetzt;die deutlichste Spur davon sieht man noch beyder Kapelle des Tines , nahe am Wege an deralten Grenze von Granittrümmern des Gletschers.
*) ln diesem Dörfchen wurden 1780 zwey Kinder geboren,welche Albinos oder Kackerlaken. waren. Eines die-ser Kinder ist gestoiben; das andere ist nach Englandgeführt worden.