VII.
Anna Fouise üarslhin an Jinnnemann.
(Vgl. Abth. I. S. 70 s.)
1 .
An den Herr» Veibmediens Zimmermann
von
Lnna xLoilisa Karschin.
Berlin, den 17. Oktober 1771.
er große Cato war kein Weiser,
^ Als er dem Schicksal wicdersprachUnd wegen Cäsars LorbeerreiserSich wüthend in die Leber stach,
Das Vaterland ward nicht gerochen,
Und die vermeinte Feßeln nichtDurch seine wilde That zerbrochen.
Nie sing ich ihm ein Lobgedicht.
Dich aber möcht' ich gern besingen,Der Du Dein Leben werth geschätzt,Und um es höher noch zu bringenDich jenen Schmertzen ausgesetzt,
Die von des Arztes MesserschnittenEntsteh»; — Ach so viel hat gewißDer strenge Römer nicht gelitten,
Als er an seiner Wunde riß.
Du lebest, und Du wollest lebenFür Deine Kinder, für die Welt,
Der Dich (sie!) schon manch Geschenk gegeben,Die nun noch mehr von Dir erhält.
Kein Stoicus war bey den AltenSo muhtig, so voll Edeltrutz,
Als Zimmermann, der sich erhaltenFür Viele zum gemeinen Nutz.