und Yasallenverhältnisse zu Rom führten zwar die Bur-gundionenkönige die Titel: magister militum und patri-cius 1 ; sie waren aber unter ihrem Volke nichtsdestoweni-ger wirkliche Rationalkönige 2 . Ein ausgedehnter, aus denrömischen Fiscusländereien gebildeter Grundbesitz 3 , ein voller
1) Hierüber unten Cap. VII.
2) LB. Tit. 1 §1 dominantes die Burgundionenkönige; T. 3 dominiumnostrum ihre Herrschaft, vgl. Gregor. Tur. IIFr. II, 33: Ipse vero (Gun-dobad) oranem regionem, quae nunc Burgundia dicitur, in suo dominiorestauravit; T. 1 und § 3 domini die römischen Kaiser und die Burgun-dionenkönige, vgl. Bluhme S. 596 N. 3 ; T. 2 § 5 dominus noster Gundobad,vgl. Bluhme S. 597 N. 11; T. 2 § 6 und T. 30 §2 domnus rex ebender-selbe, vgl. Bluhme S. 597 N. 12 und S. 613 N. 50. In der LEB steht Tit. 1domini, Tit. 2 dominus noster im gleichen Sinne (Barkow S. 4 und CrousazS. 54); sogar dominus rex kommt daselbst Tit. 2 vor; Tit. 33 heisst derKönig princeps, welcher Titel sonst den römischen Kaisern zukam. DasGleiche gilt von dominus (domnus) nach späterem römischem Spraehge-brauehe (Menage Amoenit. Jur. eiv. e. 25 S. 143 und Duker De Latin,iuriseonsultor. vet. S. 14), wie denn sogar in burgundionisch - römischenInschriften aus den Jahren 466 und 473 der römische Kaiser noch do-minus noster heisst (Binding I. 315). Bei Avitus ist domnus rex Bezeich-nung des Burgundionenkönigs in den domno Gundobado regi adressiertenBriefen 1. 2. 3. 4. 5. 20. 28. 39 und in den nomine domni Sigismundi regi*überschriebenen Briefen 83 und 84 an Kaiser Anastasius. Das einfache domnusist bei Avitus, in den Adressen der Briefe an Sigismund, Bezeichnung desKönigssohnes, so Ep. 21. 29. 30. 40. 44. 67. 68. 70. 81. 82; in der TTeber-schrift des sub nomine domni Sigismundi regis dictierten Briefes 27 istrex blosse Titulatur des Königssohnes (Sirmond Not. S. 26 und MascouII Anm. II S. 6) nach einem in der Folge öfter zu berücksichtigenden ger-manisch - römischen Sprachgebrauche, welcher Königssöhne als Könige»Königstöchter als Königinnen bezeichnete (Giesebrecht zu Greg. Tur. HFr.IV, 13 Uebs. I. 164 N. 7). Hinwider heisst bei Avitus selbst der König bis-weilen einfach domnus oder domnus noster; im Prooemium der Acten desepaonensischen Concils ist tanti domini mei sog. Pluralis maiestaticus undbezeichnet den König Sigismund (Binding I. 229). Caesar wird der Königbei Avitus mit Bezugnahme auf Matth. 22, 21 benannt, Ep. 47 S. 105 undEp. 68, wo Caesares den Prinzen Sigismund mit bezeichnet; sonst heisstder König auch princeps, Ep. 48 S. 107 und Hom. Fragm. V S. 163 (pri n "cipes die römischen Kaiser Ep. 83 S. 138); im unterthänigen Stile wird derKönig mit praesul angeredet, Ep. 2 S. 6 und Hom. Fragm. VI S. 164.
3) Er gehörte zum königlichen Fiscus ; praedia fisci LRB. Tit. 6 § 4; vgl-Crousaz S. 23 f. Güterconfiscationen ibid. Tit. 8 § 2. Sonst heissen die könig-lichen Güter agri regii und colonicae, LB. Tit. 38 § 7. Vgl. Matile S. $•>und Crousaz S. 24; ersterer erklärt daraus die Champs rayes und ColongeS