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Y. Kriegsruhm und Heerwesen. 1
Wie Ammianus Marcellinus bezeugt, machten Tapferkeitund kriegerischer Sinn bei grosser Zahl waffenfähiger Mann-schaft die Burgundionen zur Zeit, als sie in Westgermanienwohnten, den Nachbarvölkern furchtbar 2 . Dass die Burgun-dionen damals auch eine gute Eeiterei in’s Feld stellten, gibtYegetius 3 zu verstehen, indem er sagt, die Pferde der Bur-gundionen seien kriegstiichtig, weil abgehärtet. Später, inder ersten Zeit nach der Niederlassung der Burgundionen inGallien, hobt Orosius ihre besonders starke und dem Feindeverderbliche Mannschaft hervor 4 . Ihren blutigen Kämpfenmit den Hunnen haben die Burgundionen das glorreiche An-denken zu verdanken, das sie in der deutschen Heldensagehinterlassen haben 5 . Aechter Kriegerstolz redet aus demsprichwörtlichen burgundionischen Bunensatze: „Helden schrei-ten kühn voran“ (S. 69). Das kriegerische Selbstbewusstsein
1) Hierüber ungenügend "Wuratemberger I. 259 f.
2) Amm. Marc. XXVIII, 5: Burgundios . . bellicosos et pubis im-mensae viribus afiluentes ideoque metuendos finitimis universis. Ueber dieUrsachen der grossen Volkszahl bei den Germanen im Allgemeinen vgl-Bethmann S. 18, der N. 2 speciell im Betreff der Burgundionen bemerkt,dass dieselben, gleich den Alamannen (Amm. Marc. XXVIII, 5), sich vonunglücklichen Wechselfällen leicht erholten, indem sie drei- oder viermalvernichtet (eher geschwächt), alsbald in der alten Stärke wieder aufgetretenseien. Ueber die Volkszahl der Burgundionen um 370 s. Hauptunters.I. Abschn. I. Cap.; über das waffenfähige Alter oben S. 76. In welchem Sinneübrigens P. Deltuf Thdodoric, Par. 1869, S. 259 die pubes bei Amniianmissversteht, mag man bei ihm selbst nachsehen.
3) Ars veterinaria VI (IV), 6.
4) VII, 32: eorum esse praevalidam ac perniciosam manum GalUa ehodieque testes sunt, in quibus praesumpta possessione consistunt. Hi erwird freilich als Eroberung bezeichnet, was Landabtretung an eine Nationwar, die als eine allerdings tapfere zum Schutze des Reiches tauglich be-funden wurde.
5) Noch im Nibelungenliede (um nur dies daraus hervorzuheben)heissen die Könige in Burgunden „die rechen vzerchorn“ (I. 3G) und „ inwaren undertan | oveh die besten rechen | von den man hat ge saget. ] starchvnt vil chvone. | in scharpfen striten vnverzaget“ (I. 52—56); auch er-scheinen sie dort als die besten Beiter (XXXI. 15532—15745), deren R° sse„wol gesatelet“ (v. 15538) und „gute marchen“ (v. 15632).