Band 
Erster Band.
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116
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sodann nahm von seinen zwei Töchtern die ältere, Chronaoder Sedeleuba, den Schleier nnd galt als Stifterin einerKirche bei Genf 1 ; die jüngere aber, Chlotilde (Chrodhiid), dieChlodwigs (Chlodovechs) Gemahlin wurde, bekehrte als eifrigecatholische Christin 2 den König und durch ihn das fränkischeVolk vom Heidenthume zum catholisch-christlichen Glauben 3 -Doch bekämpfte schon um 476 Patiens, Bischof von Lyon,den Arianismus bei den Burgundionen 4 . Mit dem Könige Gun-dobad und seinem Bruder Godegisel, der in untergeordneterStellung neben ihm herrschte, fielen sodann die Burgundionen(nicht die römischen TJnterthanen) in der That zum Arianismusab 5 , wahrscheinlich durch den Einfluss der benachbarten West'

1) Greg. Tur. HFr. II, 28 und Fredegar HFr. epit. c. 17.

2) Gesta Fr. c. 11 von Chlotilde: erat autem Chrotildis Christiana ==Vita S. Chrotild. c. 3 und Eorico bei Du Chesne SS. HFr. I. 804, in welchenStellen christiana = eatholicae fidei addicta, da nach spätem SprachgebraucheChristianus = Catholicus, im Gegensätze zum Arianus; s. Euinart zu Gregor.Tur. HFr. III, 10 S: 114. Nach P. Sigismond S. 21 hätte der arianiscbeGuudobad seine Nichte Chlotilde catholisch erzogen. Valesius Efr. V. 251durfte um so weniger frühem arianischen Glauben bei Chlotilde voraus-setzen, da er V. 234 das catholische Bekenntniss ihres Vaters Chilperich Ibhervorhebt. Schöpflin S. 218 dehnt seinen Zweifel an Chilperichs II ur "sprünglichem Catholicismus auch auf Chlotilde aus.

3) Gregor. Tur. HFr. II, 29—31, nach ihm , z. Thl. mit Ausmalungen,Gest. Fr. c. 12. 14. 15, Fredegar HFr. epit. c. 20. 21, Vita S. Chrotild-e. 5—7, Ado Vienn. a. 425—452 (sic), Vita S. Bathildis bei Du Chesne SS. HFr-I. 668, Hincmar Vit. S. Eemig. ebendas. I. 525 f., dem Chlotilde puellnvere christianissima, Flodoard Hist. eccl. Eem. I. 33. a. b., Hugo Flavin-Chron. Verdun, bei Labbeus II. 86 und Eorico bei Du Chesne a. 0.1.806-Vgl. Löbell S. 257 ff., Eettberg I. 255 und Bornhak S. 207, nach welchenGelpke I. 37 zu berichtigen, ebenso M. Wirth I. 186, der irrig vermuthebChlotilde sei vor ihrer Vermählung Arianerin gewesen und erst bei diesemAnlass zum catholischen Bekenntnisse übergetreten. Lecointe a. 493, Ibund Pdtigny II. 412 nehmen die romanhafte Ausmalung der Gesta Fr. c. Vfür Geschichte.

4) Sidonius Ep. VI, 12, wo Photinianer s. v. a. Arianer; vgl. SirmondNot. S. 114, HLFr. II. 505.507 und Binding I. 122 f. N. 434. Ueber denZeitpunct vgl. post depraedationem Gothicam; diese fand nemlich in denJahren 470—476 statt.

5) Gregor. Tur. HFr. II, 32. 33 und III, Prolog.