126
Hede trägt, läuft auf das gleiche Loh hinaus 1 . Durch ITerr-schermilde in ihren verschiedenen Richtungen zeichneten sichauch spätere Burgundionenkönige aus.
Sidonius nennt den König Chilperich I, der bei ihmMagister militum heisst, einen Mann von ausgezeichneterGüte 2 , und er hebt zugleich den wohlthätigen Einfluss hervor,welchen die Königin auf ihren Gemahl gegenüber den bös-artigen Eingebungen der römischen Grossen ausübe 3 ; auchvergleicht er wegen der starken Autorität der Königindas königliche Paar mit Lucumo und Tanaquil, wie mitGermanicus und Agrippina 4 . Hiebei erinnern wir daran, dassdas Achten auf Frauenwort acht germanisch ist 5 ; es kommt
1) Dankrät s. v. a. der auf Dankcnswerthes rathet, nicht reeonnaissant,wie Secretan S. 15G vermuthet. Ueher rät, Rath, in Personennamen vgl-Pfahler S. G89.
2) Epist. V, 7. virum . . honitate . . praestantem. Schon clesswegenkönnen Epist. V, 8 die tyrannopolitae nicht auf die vermeintlichen To-trarchen der Burgundionen bezogen werden, wie es nach Sirmond zuSidonius Not. S. 95 noch vonTroya I, 4. 573.11, 1. 202. 271 und Derichsweil-S. 167 geschieht; s. dagegen Hauptunters. I. Abschn. XIII. Cap. BindingI. 117 N. 417 theilt zwar obigen Irrthum nicht, übersetzt aber tyranno-politae , d. h. Bürgertyrannen, falsch mit: von Tyrannen beherrschteStadtbürger.
3) Troya I, 4. 573.
4) Savaro zu Sidon. Ep. V, 7, Ruinart zu Greg. Tur. HFr. II, 28S. 80 und Schöpflin S. 218 N. r. halten Agrippina für den Eigennamender Königin, der vermeintlichen Mutter Chlotildes. Dieser Irrthum kehrtnoch bei Neueren wieder, z. B. bei Fauriel I. 318, Pictet de Sergy I. c;iund Secretan S. 73. 155, welcher letztere ans dem Irrthume Trugschlüsseziehen möchte. Das Richtige haben |BSnau II. 858. b., Mascou II. Anm- H-S. 4, Troya 1, 3. 1294, Derichsweil. S. 118. 138f. N. GO und Binding T. I’ 3N. 285. Die Erwähnung der Tanaquil kehrt bei Sidonius Carm. XXD r -37 ff. in ähnlichem Sinne wieder.
5) Tacit. Germ. c. 8; vgl. Fischer zum Waltharius v. 123 undAnton I. 108. Derichsweiler S. 118 übersieht diesen Umstand. Tacituäa. 0. erklärt jenes Achten auf Frauenwort aus dem germanischen Glaubenan die dem Weibe innewohnende Gabe der Weissagung. Dieser Glaub®ist in den burgundionischen Frauennamen Caretene und Mucuruna aus-gedrückt (Derichsw. S. 149, Wackern. S. 356 f.) und er lässt sich seit denältesten Zeiten bis in’s Mittelalter nachweisen (Horkel zu Tacit. Gern 1 -e. 8 S. G98). Danach ist das verkehrte Urtheil von Capefigue Hist, deFrance. 115 N. 1 zu berichtigen: er misskennt. den Einfluss der Frauen