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Soorates von den ostrlieinischen Burgondionen bemerkt * 1 . In 1Gesetzbuche der Burgundionen erscheinen nun zwar nur Acker-bau und Viehzucht als regelmässige , friedliche Beschäftigungdes freien Burgundionen ; als Gewerbtreibende, seien es Künstleroder Handwerker, werden nurSclaven erwähnt, die übrigensihr Handwerk mit Erlaubniss des Herrn auch öffentlich aus-üben durften 2 ; dabei nimmt der carpentarius, d. h. der Holz-arbeiter, sei er Schreiner oder Zimmermann 3 * S. , in der Wergeld-
1) Socrat. VII, 30 (nach der oben S. 123 N. 2 angeführten Stelle): rixToVsgyciQ es%sSbv Tich'TSg sialv' xeil ix k:> i uia&bv Xcc/e ßavovTsg entoTQi'ifovrui, danach Cassiodor. Hist. Trip. XII, 4: — et paene omnes fabfllignorum sunt, ex qua arte pascuntur. Die oben, S. 103 N. 1, angeführte Stelledes Agathias Ilist. J, 3. (Bovgyov&eovsg) yivog ai>T 0 VQybv . . 7 rsQi(fetva>Stci 7ioXifit.ee, wird von Dubos I, 15 T. I. 224, Hnschherg S. 344 N. 1®und Schmitt I. 133 N. 1 nach der Vulgärschreibung: yivog . . civrovoyo*'rs xcd 7iSQiepcivi; tu TtoXifiia (S. 103 .V. 1) irrig hieher bezogen. In derStelle des Socrates ist Tsxrovsg hei Cassiodorus richtig übersetzt mit fabnlignorum; tsxtwv ist nemlich vorzugsweise ein Holzarbeiter, sei erSchreiner oder Zimmermann. Thierry LHFr. VI. 98 sagt daher mit Bezugauf Socrates richtig: presque tous les Burgondes etaient gens de mutier,ouvriers en charpente ou en menuisierie. Dubos I, 15 T. I. 223 undVI, 6 T. IV. 179 übersetzt ungenau „forgeron ou charpentier, “ VI, ■’T. IV. 177 gar „maqon, forgeron ou charpentier,“ und lässt die Burgun-dionen als Tagelöhner im gallischen Grenzlande ihr Brod verdienen. Troya
I, 3. 1003, der die Nachricht des Socrates irrig auf den westrheinischen
Volkstheil bezieht, findet dieselbe im Widerspruch mit dem Kriegsruhnieder Nation. Belloguet S. 37 f. rügt die Ungenauigkeit der Uebersetzung
von Dubos und die Fiction des Tagelöbnertreibens der Burgundionen in 1gallischen Grenzlande (S. 56); auch will er es überhaupt nicht geltenlassen, dass ein Volk, das sonst als ein kriegerisches bezeichnet werde,im Frieden vom Handwerk gelebt habe, wie dies Thierry LHFr. a. ü-aus Socrates schliesse. Thierry hat daher die betreffende Stelle, dieDaguet S. 37 nachschreibt, in der 2. Ausgabe S. 69 gestrichen. In derThat wird der Lohndienst bei Socrates zu streichen und seine Angabe,welcher auch HLFr. I. 26 und Wurstemberger I. 202 folgen, auf das in*Text Angeführte zu reducieren sein. Belloguet S. 145 irrt übrigens selbst,indem er die Angabe des Socrates auf die Knechtschaft des von den Hunnenunterjochten Volks auszudeuten sucht. Um die Burgundionen als Jäger nndHirten gelten zu lassen, die vorzugsweise Wald- und Berggegenden be-wohnt hätten, missbraucht Sdcretan S. 116 die Stelle des Socrates.
2) LB. Tit. 21 § 2; vgl. Troya I, 3. 1003. 1004f. I, 4. 453, Gaupp
S. 351, Waitz II. 176 N. 3, Matile S. 30 und Derichsweiler S. 110. 182 N. 3®-
3) Barkow zur LRB. Tit. 2 S. 11.