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Erster Band.
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deten Römer, wie einem Apollinaris Sidonius, anfänglich anGefühl wie an Körper hart und ungeschlacht erschienen 1und wegen ihrer rohen Sprache und Sitte bespöttelt wurden(S. 64 f.).

Die Humanisierung begann von oben herab, hauptsächlichdurch König Gundobad 2 , der, ein würdiger Schüler römischerBildung, von römischen Zeitgenossen wegen seines philoso-phischen Geistes und durchdringenden Scharfsinns, sowiewegen seiner Beredtsamkeit und Mensehenkenntniss gepriesenwird 3 . Ohne Zweifel hatte derselbe schon während seineslängeren Aufenthalts in Italien die römische Sprache erlernt 4und sich mit der römischen Literatur vertraut gemacht 5 ; erhatte aber auch römische Cultur schätzen gelernt. Letzteresgeht daraus hervor, dass er später als König sich von Theo-derich dringend eine Sonnen- und eine Wasseruhr ausbat, wieer sie seiner Zeit in Rom gesehen habe 6 * * * * * * . In demjenig enSchreiben, mit welchem Theoderich die Uebersendung desGewünschten begleitete, heisst es nemlich: Habetote in vestrapatria, quod aliquando vidistis in civitate Romana. Dabei

1) Sidon. Epist. V, 5. quamquam aeque corporibus ac sensu rigid 1sint indolatilesque.

2) Daguet S. 37 und Derichsweiler S. 114.

3) Avitus Epist. 5, wo an Gundobad philosophica mens als Grundvon Mässigung in Trauer gerühmt wird; Ep. 28: acrimonia vestra (wie-

derholt) vel eloquentia; Ep. 48: ad inveniendum igneus, prolluus

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dicendmn, . . sensus scrutatur humanos, wo ad inv. igneus die feurige Er-findungskraft des Redners bezeichnet (Seeretan S. 86: prenant facilementfeu, grundfalsch); Ennodius Vit. B. Epiphanii, Opp. S. 405 f. : erat fand®locuples et ex eloquentiae dives opibus et facundus assertor. Vgl. Maas®“II. 19 f. N. 7. 8, Bluhme WBRR. S. 64, Derichsweiler S. 77. 173. N. i3und Binding I. 221 N. 762. 222 N. 769.

4) Fauriel I. 529.

5) Avitus Epist. 1 (Gundohado regi), wo von lectio desuetasaecularii auctores die Bede; vgl. Binding I. 221.

6) Das Bestellungsschreiben Theoderichs an Boethius und das Geber-

sendungsschreiben an Gundobad s. bei Cassiodorus Var. I, 45 und 46; ''S 1 '

Binding I. 222 JvMiiller I. 110 citiert falsch Var. I. 39. 40. Brdquignf

t.

der

wahr-500

I. 15 = Pardessus I, 2. 29 setzt Var. I. 46 in’s J. 496; weniger

seheinlich glaubt Petigny II. 489 N. 1 beide Schreiben bald nach

abgefasst. Ueber die von Cassiodorus I, 46 beschriebene "Wasseruhr,

Clepsydra, vgl. Sirmond zu Sidon Ep. II, 9 Not. S. 52.