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Erster Band.
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begünstigte mm Gundobad die von ihm selbst seit seinemitalischen Aufenthalte angenommene Sprache, Sitte und Bildungauch bei seinem Volke, hauptsächlich dadurch, dass er dierömische Sprache und Zeitrechnung offioiell einführte, wieauch dem römischen Regierungs- und Rechtswesen Zutritteinräumte.

Das Volk war seinerseits durch Bildungsfähigkeit, durchfrühe, selten unterbrochene friedliche Beziehungen zu denRömern, namentlich aber durch die Begründungsart seinesReiches, nemlich durch das mit der Niederlassung in Gallienentstandene Föderalen - und Unterthanenverhältniss zu Rom,,sowie durch die gleich darauf erfolgte Christianisierung fürdie bürgerliche und politische Ordnung der Römer, wie fürrömische Civilisation überhaupt, empfänglich gemacht worden 1 -

Auch das erleichterte die Romanisierung der Bürgen-dionen, dass an Rang und Bildung hoch stehende Römer, dieam burgundionischen Hofe ihr Glück suchten, sich dazu herbeiHessen, das germanische Idiom derselben zu erlernen, undso als Vermittler der römischen Civilisation unter ihnen aul-traten. Höchst merkwürdig' ist in dieser Beziehung Folgen-des , was Apollinaris Sidonius über Syagrius, einen vornehmenrömischen Gallier aus Lugdunum, den Enkel des gleichnamige 11Consuls und Dichters, in einem an ihn gerichteten Briefeäussert 2 : „Da Du eines Consuls Urenkel bist, und zwar durchmännliche Abkunft (wiewohl dies auf das Nachstehende ge-ringem Bezug hat), da Du von einem Dichter stammst, demschriftstellerische Leistungen ohne Zweifel Ehrenbildsäulenverliehen haben würden, wenn es nicht die Amtswürde gethanhätte (was noch heute die durch Verse veredelten Worte desSchriftstellers bezeugen, von welchem die Bestrebungen seinerNachkommen, auch nicht im Mindesten, wenigstens in diesemPuncte, entartet sind), so ist es sehr schwer zu sagen, v ' iesehr ich darüber erstaune, dass Du die Kenntniss der g ermanischen Sprache mit solcher Leichtigkeit Dir angeeig r * ethast. Und doch erinnere ich mich, dass Deine Knabenjahre

1) JvMüller I. 94, Löbell S. 102 und Gaupp S. 181. 192 f.

2) Epist. V, 5.