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dern die Erscheinungen, dass Sedeleuba, Chilperichs II Tochter,vom Hofe verbannt, das weltliche Gewand ablegte 1 , und dassCaretene, Gundobads fromme Gemahlin, schon bei Lebzeitendesselben das Diadem mit dem geistlichen Joche tauschte und
Gundiear (Gundahar), ihr Grossvater, gemeint sei; vgl. Pardessus 1,1-36. 290. 292. I, 2. 157 N. 1. Auf Grund der Variante Gaudikelrushei Mabillon Annal. Bened. I. 222 entscheidet sich Pardessus I, 1. 290.292für Gaudiear (Missschreibung für Gundiear), der nach Plancher I. 35 undTillemont V. 616 von 417 bis 450 über die Burgundionen zwischen Saoneund Rhone geherrscht habe und ein guter Catholik gewesen sei, unterdessen Regierung die Stiftung mehrerer Klöster in Burgundien fall®-Schade nur, dass Gundiear Lyon nie gesehen hat, anderer Verstösse, diebei dieser Annahme gegen die Geschichte begangen werden, nicht zu g e ~denken. Dass aber Godegisel, der Arianer, als welchen ihn Gregor. Tur.HFr. II, 32. 33. III Prolog, bezeichnet, ein Kloster gegründet habe,an sich schon undenkbar (Pardessus I, 1. 290. 292. I, 2. 157 N. 1), unddass er der Stifter jenes Klosters zu Lyon gewesen sei, passt schlechter-dings nicht zur Geschichte, nach welcher Godegisel, der sonst zu Genfresidierte, nur kurze Zeit als Usurpator in Vienne herrschte, wo er wseiner preeären Lage kaum Zeit hatte, an die Gründung eines Klosters wLyon zu denken, selbst wenn er noch vor seinem tragischen Ende demArianismus abgesagt hätte, wovon gerade das Gegentheil bezeugt ist (Greg-Tur. HFr. II, 33. III Prolog.). Zudem weiss die Geschichte Nichts vo®Godegisels sehr frommer (d. h. gut catholischer) Gemahlin Theudelinde-Ein Burgundionenkönig Namens Gaudisellus taucht übrigens erst bei Sen-benten des 16. und 17. Jahrhunderts auf: er soll der Sohn des Westgothen-königs Athanarich und seiner angeblichen Gemahlin Blesinde und GundicarsVater gewesen sein; s. Du Chesne I. 4 und Guichenon I. 13. Bei GollutII, 3 col. 97 u. III, 1 col. 275 variiert Gaudisei mit Gundisol. Ob dieserGaudisei eine hei den Vandalen gemachte Entlehnung ihres Königs Gode-gisel sei, wie Belloguet S. 96 vermuthet, lassen wir dahin gestellt sein,dagegen ist es jetzt klar, dass jene Lyoner Urkunde von 587, obwohl siein erkünsteltem barbarischem Latein abgefasst ist, nur ein Machwerk des16. Jahrhunderts sein kann. Danach sind hei Binding S. 160. 303. 305die betreffenden Stellen zu streichen, ebenso bei Wackernagel S. 344. 389 f-400, was von Gaudisellus und Theudelinda gesagt ist.
1) Gregor. Tur. HFr. II, 28, wo mutare vestem das Einkleiden al sNonne (Ruinart zur Stelle S. 86) oder das blosse Keuschheitsgelübde ohneEintritt in ein Kloster bezeichnet, in welchem Sinne mutare vestem heiGreg. Tur. HFr. II, 1 (Giesebrecht Uebs. I. 45 N. 1). Gagern II. 249 nimm*ersteres an, macht aus den Nonnenklöstern in Burgundien Stiftungen derKönige und sagt mit Bezug auf den vereinzelten Fall Sedeleubas, dieFürstentöchter hätten diese frommen Stiftungen als Zufluchtsorte benutzt