172
auch Heiligenfeste in Ehren halten 1 und sogar aufsuchen 2 ;während seiner Regierung setzte er Heilige als Ortspatroneverschiedentlich ein 3 . Es wird dadurch bestätigt, was vonder geistlichen Devotion erzählt ist, die Sigismund als Prinz,später als König an den Tag legte 4 5 . Damit hängt zusammenseine Busse zu Agaunum für den im J. 522 verübten Sohnes-mord und die dortige Stiftung eines sogen, ewigen Lobgesangsin der Weise des orientalisch - mönchischen Instituts derAcoemeti 6 , wie auch dass er, bei der Invasion der Prankengeschlagen, sein Heil in der Tonsur, im Mönchsgewande undim Einsiedlerleben, letztlich in der Plucht nach Agaunum
1) Avitus Ep. 29. 30; vgl. Sirmond Not. S. 28 und Binding I. 295.
2) Avitus Ep. 70, vgl. Sirmond Not. S. 48.
3) Avit. Ilomil. fragm. III S. 160.
4) Vit. S. Sigism. c. 4. 5 mit der oben S. 119 N. 1 gerügtenUebertreibung;vgl. Derichsweiler S. 82. 174 N. 3 und Secretan S. 93 N. 3.
5) Avitus Hom. fragm. VII Opp. S. 164: psalmisonum solenne;Gregor. Tur, HFr. III, 5: psallentium ibi assiduum instituens (Var. ps. nchorum falsch, s. Euinart S. 108); ebenders. Gl. M. I, 75: ibique etpsallentium cotidianum instituit (Var. ps. ch oru m , verworfen von Euinart
S. 805); Hist. Abbatum Agaun. AA. SS. Boll. I. Maii I. 84 (hier wirddie Stiftung des ewigen Lobgesangs als diejenige des Klosters irrig dar-gestellt) ; Vit. S. Sigismundi c. 6, wo dieser die Eingebung erhält, ut adinstar coelestis militiae psallendi choros instituere deberet (vulg. psallentiumch. institueret; mit dem Texte der ächten Vita stimmt Chron. SBD. S. 360 f->wo die Stelle benutzt ist) und die darüber befragten Bischöfe die Ein-richtung, licet inusitatum opus, gutheissen. Eür psallentium bei Greg.Tur. HFr. III, 5 setzt Aimoin GFr. II, 4 clericorum ordinem psallentium»Hugo Flavin. Chron. Verdun. S. 86 befolgt die Variante psallentium chorum-Lucchi zu Venant. Fortun. P. I S. 63 datiert falsch mit 516 und erklärtpsallentium irrig mit monasterium psallentium assidue monachorum. DasWort ist vielmehr gleichbedeutend mit psalmodia, auch bei Fredegar Chron.V, 36; s. Euinart S. 615. Heber den orientalischen Ursprung des In-stituts und dessen Einführung zu Agaunum und anderswo vgl. Vales. Bfr»VII. 337Add., Mabillon AA. SS. OB. Saec. IV. P.II. Praef. n. 204, Pagia. 459, VI(über die Acoemeti), a. 522, Xff. (gegen Lecointe a. 536, n. 224 ff., d erdas agaunensische Institut des ewigen Lobgesangs bezweifelt), Euinart zuGreg. Tur. HFr. III, 5 S. 108 (behauptet mit Mabillon AOB. I. 28 f-gegen Lecointe den ewigen Lobgesang), Hensehen S. 84. a. b. 88 N. °>Bünau II. 869. a, Eilliet in MDG. XVI. 45 ff. 53 ff. und Binding I. 247 ff»der sich jedoch durch die Hist. Abbat. Agaun. (s. oben) täuschen lässt.