193
und. sogar in diejenigen alamannischer Gegenden, welche zumh'ansjuranischen, dann zum vereinigten neuburgundischenReiche gehörten, übergegangen und von wichtigen politischenfolgen gewesen sind, welch’ letzteres vom weiblichen ErbrechteS^t 1 . Dass mit der Rechtssitte z. Thl. auch heidnisches^esen sich bei den Burgundionen fortpflanzte, ist schon er-mähnt (S. 73).
Wie tief übrigens selbst die durch das Wergeid längstSemilderte Blutrache in der Denkweise des Volkes wurzelte,beweist die aus ihm hervorgegangene fränkische KöniginChlotilde (Chrodhild) mit ihrem lange verhaltenen, durch viel-l a hrige geistliche Hebung nicht gedämpften Rachgefühle, nach^ er Darstellung Gregors von Tours 2 , welche von späterenChronisten* durch anticipierende Ausmalung nur geschwächt' Vu 'd 4 . In Chlotilde tritt uns der altgermanische Trieb derBlutrache in der vollen Eurchtbarkeit weiblicher Leidenschaft
1) Für die Bourgogne vgl. Chasseneux und andere von Türk II. 43 ff.Un( l Bluhme Praef. zur LB. S. 506 citierte Autoren, für die französische®°hweiz im Allgemeinen Gaullieur S. 65. 109 f., für Waadt Seigneux Syst.
aW
S e de jurispr. crim. Laus. 1756, S. 5 f. und Vulliemin S. 123, für
e uenburg Boyve I. 57, für Bern mit dem Oberlande Stettier S. 7, Wur-er ger I. 228. 232 N. 41. 238 und v. Wattenwyl Gesch. d. Stadt und
s tenih
handsch
üie pp
die
Bern. I. 2 f. und für Argau Welti in der Argovia III. lieberb 'rage der Erneuerung des altburgundischen Rechts in NeuburgundienTürk II. 4 i ff und Matile S. 16.
2 ) HPr. III, 6. — Derichsweiler S. 92. 118 und Seeretan S. 91 f. stellenv crwittwete Königin irrig als Klosterfrau dar; s. dagegen Mabillon4A - SS. Ord. Ben. I. 102 Not. d.
i'redegar HFr. epit. c. 19 und Gest. Fr. c. 12.
4 ) Xiöbell S. 108 f. — Petigny II. 410 N. 1 sucht die barbarische Rache°tildes bei ihrer Brautfahrt zu Chlodwig, wie sie von Fredegar a. 0.erzählt wird, mit der germanischen Blutrache zu entschuldigen; dies war^ °<m nicht nöthig, da jene Erzählung romanhaft ist, wovon seines Orts^ as hähere. Ebenders. II. 4l2f. verirrt sich soweit, aus dem Versprechener Blutrache, welches die Gesta Fr. c. 12 Chlodwig seiner Chlotilde inCr . Wautnacht geben lassen, historische Prämissen zu ziehen. Derichs-^ile r g. 61 läss( . gic]l di e Gesta Fr. ebenfalls täuschen, indem er
8 Mitursache des fränkischen Krieges von 500 die Blutrache Chlotildes““gibt. Eine Consequenz von Hypercritik ist es dagegen, wenn Troyaf , ’, 2 ' 1001 und Binding I. 252 N. 869 mit den von Gregor erzählten'“"ein Gundobads auch den späten Racheact Chlotildes verwerfen.
Iah,,
tUisithiohte il. Burgumlioiien.
1 -i