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entgegen, wie sie von der nordischen Heldensage in Gudrun,von der deutschen in Chriemhilde geschildert wird. WennChlotilde, lange nach dem gewaltsamen Tode, den der OheimGundobad ihren Eltern bereitet hatte, ihre Söhne zur Bacheder gemordeten Grosseltern an den unschuldigen Vettern,den Söhnen des Mörders, antreibt, glaubt man die Gudrunder Edda zu hören, wie sie ihre Söhne auffordert, Rache thi'Svanhilde an dem Gothenkönige zu nehmen 1 2 3 . Noch auffallen-der ist die Aehnlichkeit zwischen Chriemhilde und Chlotilde,der burgundionischen Königstochter, welche die Frankenkönige,ihre Söhne, zum Rachekriege und zur Vernichtung ihreseigenen Geschlechts anspornt. Obschon nun die Vernichtung'des burgundionischen Königsgeschlechts in der Heldensage,wie in der Geschichte, als das Werk weiblicher Rache er-scheint und selbst einzelne Verumständungen in den sagen-haften Berichten fränkischer Chronisten über Chlodwigs Braut-werbung mit Incidenten im Nibelungenliede genau überein-stimmend, so ist doch die beidseitige Hauptsituation so sehrverschieden, dass es unzulässig erscheint, im Nibelungenliede eineversteckte historische Bezugnahme auf Chlotilde und ihr Rache-werk finden zu wollen 8 . Wir sehen in der Aehnlichkeit zwischenChriemhilde in der Dichtung und Chlotilde in der Geschichtenur den gemeinsamen Ausdruck des altgermanischen Instinctsder Blutrache, dessen Aeusserungen, wie von der Edda 111Gudrun, vom Nibelungenliede in Chriemhilde poetisch verge-genwärtigt sind, in Chlotilde aber zur furchtbaren Wirklich-keit wurden 4 * * * .
Wird unter Sitte die äussere Lebensweise verstanden,so haben die Burgundionen auch in dieser Beziehung Eig e11 'artiges beibehalten.
1) Ampere II 305. 381.
2) Derichsweiler S. 169 N. 37.
3) Rach JvMüller I. 90 f. N. 10 und Gagern II. 350. 830 N. versucht dies neulich wieder Müllenhoff in Haupts ZS. X. 179.
4) Ampere a. 0. Im Nibelungenliede leidet freilich die Darstell un S
an dem UehelBtande, dass Chriemhilde Blutrache übt, obschon sie von
Mördern Sühne angenommen hat, welche nach germanischen Begriff 611 1
Blutrache aufhob; vgl. W. Grimm S. 7 f. 369 f.