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Erster Band.
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Pretiosen Cbilderichs 1, gefunden 1653 zu Tournay in Belgien 1 ,u »d der Schatz aus gothischer Zeit in den Karpathen, welcheSchmucksachen alle, im gleichen, vom römischen abweichendenei genthümlichen Style gearbeitet, Proben einer germanischenKoldschnhedekunst aus verschiedenen Ländern und Zeitendarstellen sollen 2 . Endlich wird zum Beweise, dass es einenfreien Stand germanischer Goldschmiede gegeben habe, dieMerkwürdige Stelle bei Eugippius 3 angeführt, wo von derPmgierkönigin Gisa, die um 470 im Lande unter der Ennsherrschte, Eolgendes gesagt ist: quosdam aurifices barbarosPro fabricandis regalibus ornamentis clauserat arta custodia;es sei nemlich hier die Bede von germanischen Goldschmieden,Welche, auf ihrer Wanderung von den Bugiern gefangen ge-kommen, vorher frei gewesen seien, da sie als Leibeigeneihren Wohnsitz nicht hätten verlassen können 4 . Da jedochin den germanischen Gesetzbüchern die Künstler, welche Luxus-hedürfnisse befriedigten, wie Gold- und Silberarbeiter, stetsa K Knechte, obwohl als höchst gewerthete, erscheinen 5 , somt bei Eugippius nicht an wandernde Goldschmiede zu denken,v °n welchen übrigens in der betreffenden Stelle Nichts ver-mutet, sondern nur an solche, die sich als Knechte unteränderen kriegsgefangenen Barbaren befanden und zur Befrie-dung der Luxusbedürfnisse der Königin in besondern Ver-

gothenkönige Theoderich zuschreiben; letzterer dagegen weist dieselbenir gend einem Krieger der merovingischen Periode zu und glaubt sie nachbyzantinischen Mustern angefertigt.

1) Besprochen und abgebildet von Cochet Le tombeau de Child^riclM > Par. 1859, yon Peignd-Delacourt a. 0. (vgl. PI. III. IV), und Labarteb 445 — 473 (vgl. Alb. I Pb XXIX. XXX), der S. 454 ff. 458 ff. 483 ff.die Fundgegenstände wegen des vermeinten gänzlichen Verfalls der Gold-schmiedekunst in Gallien und mit Bezugnahme auf Fredegars [romanhafte]An gabe über Childericbs Reise zum Kaiser Mauricius (Labarte: Marcianus)a l s kaiserliche Geschenke aus Byzanz ableitet, wogegen Cochet a. 0. S 29.ll4 - 117 gallo-römische Herkunft der Fundstücke behauptet.

2) Weiss zu Gfrörer II S. VII f.

Vit. S. Severini o. 8.

I) Weiss a. 0 . S. VIII.

5 ) So LB. Tit. 10 § 3 . 4 , T. 21 § 2 ; vgl. Troya II, 2. 936, Matile30 und Derichsweiler 107. 110. Aurifex lectus T. 10 § 3 ist der alsGoldschmied höher geachtete Knecht; s. Barkow zur LRB. Tit. 2. S. 11.