Band 
Erster Band.
Seite
389
JPEG-Download
 

389

welchem Grade die Angabe bei Tiro Prosper über die vor-hergegangene „beinahe gänzliche“ Vertilgung der Burgun-dionen zu ermässigen sei, beweist am Deutlichsten gerade dieThatsache, dass ihre sogenannten „Ueberbleibsel“ hinreichten,um den weiten Landstrich vom Genfersee bis tief in’s Dauphinehinein mit den Einwohnern zu theilen * 1 . Dies war nur beieiner ansehnlichen Volkszahl möglich. Nach sieben Jahrenseit 436 (S. 358 f.) stund diese zufolge der im Frühem ange-nommenen Progression auf 1, 0855 ; gemäss dem ebenfalls an-genommenen Zuwachsverhältnisse von Mannschaft und Be-völkerung wuchs erstere, die im J. 436 91,500 Mann betrug,in 7 Jahren auf 93,900, was eine Volkszahl von 281,700Seelen ergibt 2 .

Die bisherigen Wohnsitze der im J. 443 nach Sapaudiennbergesiedelten Burgundionen anderswo als in der Germania Iz n suchen, ist unstatthaft 3 . Ob die Alamannen oder die

diear umgekommen sei; ■weil jedock dieses Ereigniss nickt auf die Zeitdar Invasion Attilas in Gallien bezogen werden könne, nimmt er will-kürlich an, es kabe ein von der Geschickte übergangener blutiger Zusam-"lenstoss der Burgundionen mit den Hunnen zwischen 437 und 443 statt-gefunden. Hiergegen ist zu erinnern, dass der unglückliche Kampf der^urgundionen mit den Hunnen, welchen Prosper Aquitanus und Cassio-( krus z. j 435 zusätzlich erwähnen, eben in den von Tiro Prosper z. J.4-36 bemerkten zweiten Peldzug des Aetius gegen die Burgundionen fällt.Sl °he oben S. 350 ff.

1) Mit Hinweisung auf die Abtretung von Sapaudien an die Burgun-^lonen verwirft schon Pagi a. 413, XV, die von Buckerius XIII, 4 aus

msper Aquitanus wiederholte, vollends übertriebene Angabe einer Ver-legung der Burgundionen.

2 ) Binding I. 4 N. 3, der in falscher Auslegung von Hieronymusron - a. Valentiniani IX (472) den Burgundionen im J. 377 eine Volks-

^*hl von nur 80,000 Köpfen (worunter 30,000 Krieger) gibt (oben S. 253“0 > meint, diese Zähl müsse durch die vor 443 erlittenen bedeutendenlederlagen eine sehr starke Beduction erlitten haben. Es genügt, auf dieachtentwicklung der Burgundionen seit 457 hinzublicken, um das Halt-os e dieser Meinung sofort zu erkennen.

3) Nach Lecointe a. 455, XI, schlug Aetius die von den Burgun-ionen im j-, 413 besetzte Germania I gleich nach der Niederlage des°lkes wieder zum Reiche (ähnlich Hisely in MDR. IX. 3) und vollzog

6 °Iort die Versetzung nach Sapaudien. Bünau I. 541 a. lässt die Bur-