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dionen bezogen 1 , selbst wenn man dieselbe örtlich oder zeitlichmissdeutet. Ersteres geschieht, indem bei der Einnahme derfraglichen Stadt an Vienne gedacht wird 2 , letzteres, indemman die Einnahme ohne Weiteres auf Lyon, also auf dieerste Besetzung der Stadt durch die Burgundionen bezieht 3 .Bei beiden Deutungen wird aber übersehen, dass eine zwei-malige Feindseligkeit (hostilitas), welche die fragliche Stadtbetroffen habe, erwähnt ist. Eun aber bietet die Geschichteder letzten Dec.ennien des Westreichs keinen Anhaltspunctdafür, dass Vienne zweimal feindliche Behandlung, das zweiteMal eine schonende seitens der Burgundionen, erfahren hat.Und was Lyon betrifft, so kann die erste Besetzung derStadt durch die Burgundionen, nach allem Bisherigen, keines-wegs als Einnahme oder Eroberung bezeichnet werden 4 -Vielmehr muss, Lyon als die fragliche Stadt angenommen,die erste Feindseligkeit auf die Einnahme durch Maiorian be-zogen werden (S. 460), die zweite sodann auf die Wieder-besetzung durch die Burgundionen nach Maiorians Tode. Dervon allen Seiten eingeschlossene Barbarenhaufe, welcherschwachen Widerstand leistete, erklärt sich als die vom Kaiserin die Stadt gelegte, jetzt abgeschnittene Besatzung römischerBarbarensöldner. Das Wunder der Schonung der eingenom-menen Stadt durch die Barbaren ist die natürliche Folge derbereits Torgeschrittenen Eomanisierung der Burgundionenund ihres HospitalitätsTerhältnisses zur übrigen Lugdunensis I-Auch konnten die Burgundionen, obschon sie Grund hatten,wegen der durch Maiorian bewirkten Vertreibung aus Lyonzu zürnen, dennoch nicht die Einwohner, sondern nur dierömischen Besatzungstruppen als Feinde betrachten; um somehr wurden erstere mit Schonung behandelt und im Besitzeder Freiheit belassen. Der „gewaltige Oberbefehlshaber“ und„mächtige Ileerlenker“ wäre endlich kein Anderer als der
1) In der HLFr. II. 485 und von I’auriel I. 569 f. Binding L kenntdie Stelle nicht.
2) HLFr. II. 485; s. hiergegen oben S. 469 f. N. 1.
3) Fauriel I. 569 f.
4) Wie von Fauriol a. 0. geschieht.