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Zweiter Band.
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ebenso der vorausgesetzte diplomatische Verkehr mit Ostrom(I. 160 IST. 2) 1 .

Fällt demnach das hievor von Chälon Erzählte als Dichtungdahin, so weiss man dagegen, dass Sigismund, GundobadsSohn, noch als Prinz die Stadt mitunter besucht hat, einmal,um dort das Osterfest zu feiern 2 , ein anderes Mal, um demJahresfeste des h. Vincentius, des Stadtpatrons, beizuwohnen 3 .Das Missverstehen der betreffenden Angaben hat die falscheAnsicht erzeugt, dass Sigismund als König seinen Hof zuChälon gehalten habe 4 .

1) Den Aurelian betreffend, vergleicht Ruinart zu Fredegar HFr. epit.c. 18 S. 557 Gregor. Tur. Gl. Mart. I, 77, wo er Patricius heisst. HincmarVit. S. Remigii hei Du Chesne SS. HFr. I. 525 erwähnt seine Brautwerbungfür Chlodwig nur ganz kurz und nennt ihn Chlodwigs consiliarius undlegatarius; er bekommt bei ihm, wie schon in den Gesta Fr. c. 14 und nochhei Aimoin GFr. I, 14 und Rorico (Du Chesne a. 0. I. SOG), das Milidu-nense castrum (Mclun) mit zugehörigem Ducatus zur Belohnung für seineDienste. Im Allgemeinen ist kaum zu bezweifeln, dass ein Römer NamensAurelianus Rathgeher Chlodwigs gewesen und zu Vertrauensmissionen ver-wendet worden sei, auch hoher Ehren genossen habe, wie es mit Aridiusam burgundionischen Königshofe der Fall gewesen. Dubos IV, 12 T. III.252 ff. vermuthet jenen Aurelian im Aurelianus, vir illustris, an welchenAvitus Ep. 34 über stürmische Zeitläufe und deren noch nicht zu ver-hüllendes Ende schreibt, und knüpft hieran eine seiner Klügeleien; andersvermuthet Sirmond Not. S. 30 f. (über Avitus a. 0. unten Cap. 3, beiAvignon). Der Verfasser des Discours S. 28 a. macht aus Aurelian einender Minister des ermordeten Chilperichs II, deren sich Chlodwig bei seinerLiebesintrigue mit Clilotilde bedient hätte!

2) Avitus Ep. 67, dazu Sirmond Not. S. 48 und Binding I. 295.

3) Avitus Ep. 70, worin Avitus (was Binding I. 295 entgangen) seinBedauern ausdrückt, dass ein an Sigismund während seiner Anwesenheitbeim St. Vincenzenfeste (zu Chälon) gerichteter, aber verspäteter Briefdenselben dort nicht mehr angetroffen habe, da Sigismund inzwischen nachder Provence abgereist war. Siehe Sirmond a. 0., der den St. Vincenzen-Cult zu Chälon und die dortige St. Vincenzen-Kirche nachweist. Ueberden spanischen Märtyrer dieses Namens s. dessen Vita bei Mabillon AA.SS. 0. B. I. 308 ff., Ado Martyrol. XI. Kal. Febr. (22. Jan.) S. 57 Georg,und dessen Noten S. 58 f. Die bei Mabillon a. 0. S. 304 N. a. citiertenAutoren setzen ihn in’s 6. oder gar in’s 7. Jahrhundert. Demnach hätte nach demzu Chälon verehrten h. Vincentius ein späterer Heiliger den gleichen Namengetragen, was aber unwahrscheinlich ist. Ueber Sigismunds HeiligencultI. 171 f.

4) In diesem Irrthume ist noch Monfalcon I. 1G1.