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eine abwartende Haltung beobachtet habe, sei der Angriff derFranken auf die Burgundionen erfolgt-, diese seien in einerHauptschlacht besiegt und in ihr äusserstes Gebiet zuriiek-gedrängt worden, wo sie viele Festen hatten. Hierauf seiendie Ostgothen in Eilmärschen herangerückt, hätten die fest-gesetzte Busse erlegt und ohne Yerlust an Mannschaft Grallien,d. h. die burgundionischen Länder Galliens, mit den Frankeng-etheilt. Hachmals aber hätten die Franken, mächtigergeworden und Theoderich nicht mehr fürchtend, Feindselig-keiten gegen Alaricli und die Westgothen unternommen u. s. w:,womit auf den Krieg der Jahre 507-510 übergegangenwird 1 . Was Procop von dem Bückzuge der Burgundionennach dem äussersten Reichstheile und den dortigen Festensagt, stimmt auffallend mit demjenigen überein, was fränkischeQuellen über Gundobads Rückzug nach dem festen Avignonerzählen (S. 2.05) 2 3 . Um so eher ist man berechtigt, ProcopsRachricht auf den Krieg des Jahres 500 und auf eine indireeteBetheiligung an demselben seitens Theoderichs zu beziehen,obgleich die fränkischen Quellen diese Betheiligung mit keinemW orte erwähnen s . Sie ist aber darum eben so wenig zu
1) In dieser Erzählung Procops sind zur Vermeidung von Irrthümerndie im Texte hervorgehobenen Zeitbestimmungen festzuhalten: xtu anavxov — votxqov d'f —. (dieser Satz kann sich nur auf unbedeutende,vor 500 zwischen Tranken und Ilurgundionen vorgefallene Feindseligkeitenbeziehen) fj,sta de —.
2) Hierauf macht Dubos IV, 11 T. III. 232 aufmerksam; ebenders.IV, 11 T. III. 220 f. motiviert Procops Stillschweigen über das Nähere derfränkischen Kriegsoperationen mit seinem ostgothischen Gesichtspuncte.Petigny II. 480 urgiertbei Procop die Worte: tig tu ta/iaa %w()us rore(pxovv, um zu beweisen, dass Burgundien damals die Südprovence nichtin sich befasst habe. Als wenn nicht, im Verhältnisse zur nördlichen Aus-dehnung des Reiches, Avignon immerhin im äussersten südlichen Reichs-ithcile wäre gelegen gewesen. Pdtigny a. 0. missbraucht auch ProcopEG. I, 12, wo die Westgothen (nemlich zur Zeit Euriehs) Gallien (dieProvence) bis zu den Alpen erhalten (S. 210 N. 2).
3) Valesius Rfr. VI. 277 f. verwirft die ganze Erzählung Proeops;er findet bei ihm vor dem fränkiseh-westgotliischen Kriege (507 ff.) zweiKriege der Franken wider Burgnndien erwähnt (hiegegen oben) und glaubt,da die Könige der Thüringer und Westgothen, wie Procop seihst bezeuge,die Verwandtschaft Theoderichs gesucht hätten, um sich der Franken zu