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freilich mit der Annahme zu streiten, dass Gundobad vorhermit westgothischer Hülfe sich Chlodwigs, des VerbündetenTheoderichs, erwehrt habe (S. 129 H. 3). Allein es fragt sich, ohnicht vielmehr Theoderich, durch Chlodwigs übergrosse Erfolgeüberrascht, die Westgothen zu einer Diversion zu Gunstender Burgundionon ermächtigt hat, um Chlodwig wieder ein-zuschränken. Die westgothische Macht ihrerseits gegen dieFranken zu stärken, konnte dann die Abtretung der Süd-provence an dieselbe immerhin leicht erfolgen. Es ist sogarwahrscheinlich, dass die Wiedergewinnung der Südprovencefür die Westgothen schon das Motiv der Allianz mit Chlodwiggegen Burgundien gewesen ist * 1 . Wie dem sein mag, dererneuerte vrestgothische Besitz der Südprovence war vonkurzer Dauer; denn infolge des Krieges, welchen die ver-bündeten Franken und Burgundionen in den Jahren 507-10zuerst mit den Westgothen, dann mit den intervenierendenOstgothen führten, ging dieser Theil des zerstörten tolosa-nischen Reiches- an die ostgothische Macht auf langeJahre über.
Fränkisch-burgundionisc her Krieg mit den Westgotlien£(407) und den Ostgothen (bis 510); Folgen desselben.
Ursache des Krieges war nach Gregor von Tours 2 derGlaubenseifer des catholischen Chlodwigs gegen die arianischenWestgothen. Der eroberungssüchtige Frankenkönig nahmaber die Religion nur zum Vorwände 3 und benutzte denUmstand, dass die unter westgothischer Botmässigkeit stehendencatholischen Römer zu den Franken hinneigten (I. 167).Aeussere Veranlassung zum Ausbruche des Krieges soll die
meint, Theoderich habe Gundobad Avignon erst im J. 508 oder 509, wegender Allianz mit Chlodwig, entrissen (ebenso Dey im Mem. Frib. IV. 72),und Julianus, obschon ein Bischof Burgundiens, sei von Caesarius, alsMetropoliten von Arles, ohne Rücksicht auf politische Territorialverhält-nisse zum westgothischen Concile von Agde eingeladen worden.
1) Dies gegen Binding I. 155 ü. 529 oben.
2) IlFr. II, 37 = Vita S. Chrotild. c. 8, Hugo Flavin. Cbron. Verdun,bei Labbeus II. 86 f.; vgl. Gibbon c. 38 n. 46.
3) Bünau I. 613 f. — Sigonius XVI, 603 B. lässt zwischen demMotive des Glaubenseifers und dem der Eroberungslust wählen.