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Beleidigung einer fränkischen Gesandtschaft von Seite Alarichsgewesen sein 1 . Die den Westgothen drohende Gefahr abzu-wenden, hatte der Ostgothenkönig Theoderich, Alarichs Schwie-gervater, diplomatische Anstrengungen nicht gespart: schongeraume Zeit vor Ausbruch des Krieges hatte er sowohlAlarich als Chlodwig vom Kampfe abgemahnt 2 , Gundobadzu gemeinsamer Vermittlung zwischen Beiden aufgefordert 3 ,wie auch an die Könige der Heruler, Warner und ThüringerMahnungen gerichtet, im Vereine mit Gundobad zu vermittelnoder mit Waffenmacht gemeinsam einzuschreiten 4 .
1) Fredegar HFr. epit. c. 26, Chron. III, 10 (benutzt von AimoinGFr. I, 20, was Türk III. 113 entgeht) u. A. Lecointe a. 507, VIII,glaubt, die Beleidigung der Gesandtschaft sei der ostensible Grund, Glau-benseifer der bei den Franken geltend gemachte gewesen, indem sonstChlodwig den arianischen Gundobad kaum auf seine Seite gebracht hätte.Aehnlich Pagi a. 507, V. Hierbei wird jedoch übersehen, dass Gundobadseit 500 aus politischen Rücksichten auf seine römischen Unterthanen diecatholischen Interessen begünstigte (s. unt.). Valesius Rfr. VI. 291 undDubos IV, 13 T. III. 268 verwerfen die Erzählung bei Fredegar, alsspäter erfunden, um den Krieg zu rechtfertigen.
2) Cassiodor Var. III, 1. 4. Im erstem Schreiben wird de verbis parvacontritio, wahrscheinlich Streit um Glaubensformeln (Eckhart I. 48 meint:Beleidigung der Gesandten, nach Fredegar), als Ursache des möglichenKrieges angegeben, im zweiten aliena malignitas, nach Bornhak S. 228N. 2 Intrigue der catholischen Römer; hierüber vgl. I. 167 N. 2.
3) Cassiodor Var. III, 2, wo Theoderich nach einer Sitte, die Lecointe507, V, Ruinart zu Greg. Tur. HFr. II, 35 S. 90 f. und Pardessus I, 1. 366erläutern, Gundobad seinen „Bruder“ nennt. Bouquet IV. 3 und BröquignyI. 15 missdeuten den Brief dahin, dass Gundobad von einem Kriege mitChlodwig abgemahnt werde, bevor Vermittlung versucht sei; das Richtigehat Pardessus I, 2. 33 und N. 5. Bornhak S. 228 vermuthet, das Schreibensei an Gundobad nicht abgegangen.
4) Cassiodor Var. III, 3; vgl. Pardessus I, 2. 33 und N. 3. — Ueberden nähern Inhalt der angeführten Schreiben vgl. Sigonius XVI. 603 ff-,Valesius Rfr. VI. 293 f. (der S. 293 Add. auf das Prophetische im Briefean die Heruler hinweist), Lecointe a. 507, III-VII, Pagi a. 507, VI. VII,Dubos IV, 13 T. III. 257 ff., Gibbon cap. 39 num. 35, PardessusI, 1. 358. I, 2. 33, Petigny II. 500 ff., Bornhak S. 227 f. und BindingI. 181 ff. Die betreffende diplomatische Correspondenz wird sehr verschie-den datiert (Nachweisungen bei Pardessus I, 2. 33 und Binding I. 181N. 608): 497, Bünau I. 606 f.; 498, Pardessus I, 2. 33; 498 und 499,Bouquet IV. 3 = Brequigny I. 15 f. u. A.; 500, Vaissette I. 234. 661, aus
Jahn, Geschichte <3. Burguudiouen. II. 15