Band 
Zweiter Band.
Seite
235
JPEG-Download
 

235

Absicht, den Feinden die dortseitige Zufuhr abzuschneiden,die Burgundionen von Arles abzulenken und so den Entsatzder Stadt zu erleichtern 1 .

Im J. 510 kam es endlich zum Entscheidungskampfezwischen den vom Comes Ibbas befehligten ostgothischenHeertheilen und den Verbündeten, wahrscheinlich nicht weitvon Arles, dessen Besatzung in den Kampf mit eingriff. DerAusgang desselben war eine vollständige Niederlage derFeinde: über 30,000 Mann sollen auf ihrer Seite gefallensein 2 ; der Verlust an Gefangenen war ebenfalls sehr gross:

1) Marius allein berichtet über den Feldzug des Mammo: Importuno(a. 509). Hoc consule Mammo dux Gothorum partem Galliae depraedavit,was Valesius Bfr. VI. 310 irrig auf Verwüstung eines von Chlodwigeroberten westgothischen Gebietsteils bezieht und als ein vereinzeltesFactum ansieht. Aehnlich Pdtigny II. 525, der aber aus Mammo einenwestgothischen Feldherrn macht. Da jedoch Marius vorzugsweise Begeben-heiten Burgundiens aufzeichnet und aus der Zeit des gothisch - fränkischenKrieges nur dieses Factum erwähnt, so ist als sicher anzunehmen, Mammosei ein ostgothischer Feldherr gewesen (so uvtheilt schon Valesius a. 0.),und sein im Laufe des Krieges unternommene Feldzug habe Burgundien,

d. h. dem nördlich der Durance gelegenen südlichen Grenzlande Burgun- 'diens gegolten. Auf die damalige Verwüstung dieses Grenzlandes beziehtsich Avitus Epist. 18, besonders in der Stelle: illi, qui vastare limitemdicebantur, reversi sunt; vgl. Binding I. 209 f. 275. 297. Aus der oben °

s. 233 Not. citierten Stelle bei Cassiodorus Var. IV, 36 schliesst Binding o

I- 208 (N. 712). 209 f. richtig, Mammo sei über die cottischen Alpen einge-fallen und in der Richtung von Embrun und Vapinche (sic; schreibe: Gap)nach Orange und Avignon, von da nach Arles gezogen. Sirmond zuEnnodius Not. S. 65 begnügt sich, die Stelle auf den Durchmarsch irgendeines Heeres zu beziehen. Bornhak S. 240, der die Einnahme von Arlesund das Ende des gothisch-fränkischen Krieges in’s J. 508 (sic) setzt, lässtfheoderich im J. 509 ein zweites Heer unter Mammo in die eroberteProvence senden; warum ist, schwer zu begreifen.

2) Der Entsatz von Arles, also auch der Entscheidungskampf, derihn bewirkte, fällt erst in das Jahr 510, wie Pagi a. 508, VII, und EckhartI 50 aus Cassiodor Var. III, 32 beweisen; vgl. Türk III. 116 und BindingP 203 Not., 211 f. Valesius Bfr. V. 302 f. 311, durch Cassiodor Chron.

U- 508 getäuscht., macht aus Einer Belagerung zwei, in den Jahren 508und 510; bei der ersten soll Ibbas, bei der zweiten (durch Chlodwig) TulumArles entsetzt haben. Petavius I, 7, 2 datiert den Sieg des Ibbas falsch^it 508 und erwähnt aus Vita S. Caesarii die Vertheidigung von Arlesohne Zeitbestimmung. Lecointe a. 510, II, setzt Belagerung und Entsatz