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Zweiter Band.
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Klosters wäre der ewige Lobgesang, d. h. das immerwährendePsalmensingen, in der Weise eingerichtet worden, dass vonfünf im Kloster befindlichen Abtheilungen der Mönche immerje eine, abwechselnd mit den übrigen, dem Gesänge obzuliegenhatte. Yon den fünf Abtheilungen (quinque normae * 1 ) werdenin der Urkunde nur vier genannt, wie folgt: Granensis (vonGrigny) 2 , Insolana (von l’Isle-Barbe) 3 , Iurensis (von Conda-tiscone u. s. w.) 4 und Meluensis 5 seu donni Probi (dieser waraber, nach der Urkunde selbst, von Grigny gekommen); dieBenennung der fünften Abtheilung fehlt 6 . Mit obigen Kamenscheint die Herkunft der betreffenden Abtheilungen bezeichnetzu sein 7 . Um den Mönchen die Erfüllung ihrer Aufgabe zuermöglichen, wurde, wie die Urkunde berichtet, dem Klostereine neue Hegel gegeben, welche die Mönche von der sonstin den Klöstern üblichen Handarbeit entband. Wie viel anall dem Obigen Wahres sei, lässt sich bei der offenbarenUnächtheit der Urkunde nicht erkennen; doch mag die Ein-richtung des ewigen Lobgesangs, abgerechnet die compagnien-

des Sohnesmordes als Motiv der Stiftung der ewigen Psalmodie angegeben;die meisten übrigen Quellen, voran Avitus a. 0. (I. 551 N. 2), verschweigendieses Motiv. Im unäehten Stiftungsbriefe von Agaunum scheint es ange-deutet ; s. hievor S. 294 Not. Die frühere Erweiterung des Klosters istin der Hist. Abbat. Agaun. mit der Stiftung der ewigen Psalmodie ver-mengt (S. 293 Not.) und in der Passio S. Sigism. c. 6. 7. neben dieserStiftung ganz übergangen. Dass jene Historia in der Passio benutzt ist,steht nicht so sicher, wie Binding I. 282 annimmt.

1) Lies turmae; vgl. Gingins in MDR. XX. 380 und Eilliet in MDG.XVI. 46. 55. 56 N. 1. 2.

2) Lecointe a. 536, n. 131, und hievor S. 297 Not.

3) S. ebendaselbst; Lecointe a. 0. liest Isiana und sucht dies ausVen. Fortunatus IV, 11, zu rechtfertigen.

4) I. 142.

5) ? Ist auch Lecointe a. 0. unbekannt.

6) Heber eine urkundlich noch im J. 766 erwähnte turma Valdensis(var. Meldensis) im Kloster Agaunum s. unten zu diesem Jahre, wo auchder Ausdruck turmarius, Vorsteher einer turma, vorkommt.

7) Gremaud a. 0. S. 340 N. 3. Mabillon AOB. I. 29, der nach einerschlechten Abschrift der Urkunde von novem turmae spricht, wähnt, die-selben seien jeweilen stets herbeigerufcu worden, um im Gesänge mit ein-ander ahzuwechseln, was ihm mit Recht unglaublich scheint.