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Zweiter Band.
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den König aufzusuchen und gefesselt auszuliefern. Auf dieKunde hiervon schor dieser sein Haupthaar und zog nachabgelegter weltlicher Kleidung ein Mönchsgewand an. Währender nun in seinem Verstecke geistlichen Uebungeü oblag,kamen einige Burgundionen in geheuchelter Anhänglichkeitzu ihm und versprachen, ihn unter ihrem Schutze heimlichzu den Gräbern der heiligen Märtyrer, d. h. nach dem KlosterAgaunum, zu geleiten. Als aber Sigismund mit seinen Be-gleitern beim Engpässe, in welchem das Kloster liegt, ankam,lauerten dort Schaaren von Burgundionen im Vereine mitFrauken, und der Burgundione Trapsta, ein zweiter Judas,legte Hand auf den König, der nun den Franken ausgeliefertwurde. Diese, vor dem Vergiessen unschuldigen Blutes sichscheuend, Hessen den Gefangenen unter der Bewachung vonBurgundionen an den zuvor bestimmten Ort geleiten. Letztereführten ihn, mit seiner Gemahlin und seinen Söhnen Giscladund Gundobad, in Fesseln und unter scharfer Bewachungnach der Gegend Hamens Belsa 1 “. In diesem Berichte istnun zwar das Bestreben sichtbar, die Schuld an SigismundsVerderben von den Franken möglichst auf die Burgundionenabzuwälzen (so wird die Niederlage Sigismunds als Folgedes Abfalls eines grossen Volkstheils, der Verrath an Sigis-mund als Folge eines allgemeinen Abfalls zu den Frankendargestellt, was Beides mit den nächsten Folgeereignissender Volkserhebung und der Königswahl Godomars im Wider-spruche ist; auch sollen Burgundionen, nicht Franken den Königin die Gefangenschaft abgeführt haben, was höchst unwahr-scheinlich); abgesehen von den offenbaren Uebertreibungenzu Gunsten der Franken, stimmt aber der Bericht mit demerstem darin überein, dass er Agaunum als das Endziel derFlucht Sigismunds; den von Unterthanen begangenen Verrathals Ursache von Sigismunds Gefangennahme darstellt. Andercr-

1) So die ächte Vita (Passio) S. Sigismundi c. 8 und 9, deren Be-richt hier und im Folgenden weit, mehr noch als derjenige der unächtenVita zu Ungunsten der Burgundionen lautet; s. Beilage I. Vales. Rfr,T. II Praef. befolgt ein Mittelding zwischen der ächten und der vul-gären Vita.