Band 
Zweiter Band.
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seits ergänzt und erklärt der ausführlichere Bericht, derz. Thl. aus bester, wiewohl unbekannter Quelle geschöpft ist 1 ,den erstem, der, was der Flucht nach Agaunum nächst vor-ausgegangen, sowie andere, nicht unwichtige Umstände über-geht: man vernimmt jetzt die Kunde und den Famen einesvorübergehenden Zufluchtsorts des Königs 2 ; den Grund, warum

1) Binding I. 287 f. vormuthet: aus burgundionischen Annalen

2) Passio S. Sigism. c. 8: Tune sanctus Sigismundus uidens se bincinde coangustari ueresallis montem expetiit. Die Vulg. ist Versallis;Henschen S. 88 N. p. merkt die Var. Verisalis an. Baluze Not. ad Ago-bard. S. 52 tbeilt aus der Passio S. Sigismundi (aus der 2. Hälfte derächten Passio) bei Vales. Rfr. T. II Praef. die auf den Verratb bezüglicheStelle mit und glaubt S. 53 f., mit dem Berge Veresallis (so lautet derName auch bei Vales. a. 0.) sei der Berg Signius unweit Barcelona ge-meint, wo, nach einem cataloniscben Gesänge, Sagimond (Sigismund) inseiner Jugend ein Eremitenleben geführt habe, und von wo er nur aufinständiges Bitten seines Vaters nach Burgundien zurückgekehrt sei. Dochmuss selbst Baluze S. 54 die wesentliche Verschiedenheit der beiden Er-zählungen anerkennen (was hat namentlich der Name Signius mit Vere-sallis gemein?); überhaupt ist die spanische Legende, wie auch BluhmeWBRR. S. 68 N. 72 urtheilt, eine reine Fabel! Henschen a. 0. beziehtden Bergnamen Versallis auf den Ort Versalle im Bezirke Dombes, 4Lieues von Lyon, weiss aber nicht, ob dort ein gleichnamiger Berg liege.Versalle ist wol s. v. a. Versailleux, nach Joanne im Dep. de l’Ain „com.de 413 hab., cant. de Chalamont (4 kil.), arr. de Trevoux (28 kil.) ä 31kil. de Bourg.“ Selbst das dortige Vorhandensein eines Berges ange-nommen, wäre jedoch dieser, in solcher Nähe von der Hauptstadt Lyon,ein sehr unsicherer Zufluchtsort gewesen; auch begreift man nicht, warumdie Verräther Sigismund nach dem Kloster Agaunum, das nach der Angabevon Henschen S. 88 N. 9. 3 bis 4 Tagereisen vom heutigen Bezirke Dombesentfernt war, hätten verlocken müssen, um ihn erst dort an die Frankenzu verrathen, während sie dies bei der Nähe der gewiss von Feinden be-setzten Hauptstadt ohne einen solchen Umweg weit leichter thun konnten.In dieser Hinsicht ist es weniger unwahrscheinlich, wenn Andere den BergVeresallis für den Verosse-Berg halten, der nach Verosse oder Vdrossaz,einem thalaufwärts von St. Maurice gelegenen Oertchen (Verossa bei SimlerI. 87), benannt ist und urkundlich im 11. Jahrhundert vorkommt (Schweiz-Urk. Regist. I. 342: Urk. v. 1046, worin Ebene und Berg Verolsa). Ur-heber dieser Ansicht ist P. Sigismond S. 222 ff. (als Berodi citiert vonJvMüller I. 124 N. 121 b. aus Hallers Bibi. d. Schweizergescb. III. 589),der freilich S. 184-247, was zwischen der Niederlage Sigismunds undseiner Gefangennahme liegt, in abenteuerlichster Weise ausmalt, indemtT aus Breviarien, Legendarien u. s. w., mehr noch aus seiner Phantasie