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dieser, ohne in das Kloster Agaunum, seiner Absicht gemäss,gelangt zu sein, dennoch im Mönchsgewande ergriffen undabgefuhrt wurde 1 (ein Umstand, welcher anders schwer zu
schöpft, nicht zu reden von dem groben Anachronismus der Thronbe-steigung Godomars im J. 518. Die Gesehiehtsverbrämung bei P. Sigismond,sowie die TJncritik, welche derselbe in dev Ortsbestimmung des epaonen-siscben Concils an den Tag legt (S. 142), machen obige Bestimmung desBerges Veresallis verdächtig, obgleich sie topographisch nicht so sehr un-wahrscheinlich ist, wie die oben angeführte, welche anderseits sprachlichplausibler ist, da Veresallis eher von Versalle (Versailleux) als von Vörossekommt, selbst wenn die urkundliche Schreibung Verolsa (s. oben) dierichtige sein sollte. Nach JvMüller a. 0. frischt Gingins in MIG. 111. 25die Ortsbestimmung von P. Sigismond wieder auf, so zwar, dass er unterdem Berge Verossaz (Verosse) das angeblich von Sigismund restauriertedortige castrum Taurcdunense versteht; und für diese haltlose Hypothesecitiert Gingins die fragliche Stelle der Vita S. Sigismundi und — dasEreviaire de l’office de S. Sigism. VI. Oct. (bei P. Sigismond S. 224).Binding I. 253 N. 870 begnügt sich, den in der Vita angegebenen Ort indie Nähe von Agaunum zu legen. Es drängt sich aber überhaupt diePräge auf: wenn Sigismund sich durch scheinbar anhängliche Verräthervom Nachbarberge nach Agaunum geleiten liess (gewiss um dort grössereSicherheit zu finden), warum nahm er, einmal in solche Nähe des Klostersgelangt, nicht lieber sogleich seine Zuflucht in diesem? Nach BindingI. 253 hätte Sigismund Agaunum selbst zunächst vermieden, um nicht hiersofort gefunden zu werden, und erst dann dorthin geflüchtet, als er sichin seinem Verstecke nicht mehr sicher fühlte. Bekennen wir aber lieberunsere topographische Unwissenheit im Betreff des Zufluchtsortes des un-glücklichen Königs, anstatt dieselbe durch haltlose Hypothesen zu ver-decken !
1) Ersteres erhellt aus Greg. Tur. IIFr. III, 6: dum ad sanctosAgaunos fugere nititur, Letzteres aus Marius a. 523 : in Prancia in liabitumonachali perductus (est). Das Anziehen des Mönchsgewands, summt demNehmen der Tonsur und dem Ausüben der Mönchspraxis, erklärt sich alsAbdankungs - und Vorsiehtsmassregel; vgl. Passio S. Sigism. c. 9: Hacpromissione audita (es ist das Auslieferungsverspreehen der abgefalleuenBurgundionen gemeint) uir sanctus sigismundus compertaque nequitiaeorum eacsariem capitis sui totondit, et se a laicali vestitu in habitumreligionis mutauit. Qui dum in supradicto loco (auf dem Berge Veresallis)paene ieiuniis et uigiliis maceratus quiesceret cet. Dabei wird freilich als Vorsiehtvor dem angeblich in Masse zu den Pranken abgefallenen Volke darge-stellt, was zunächst zur Sicherung gegen die Pranken geschah. Obschondie Vita S. Sigismundi benutzend, stellt Beda Martyrol. Kal. Maii, citiertvon Molanus zu Usuard Mart. Kal. Maii S. 61 vs. und 62 r. ed. II, dieSache richtig dar: Civitate Sedunensi natalis S. Sigismundi regis (soweitJahn, Cteschiclite d. liurgundionen. II. 20