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die Unschuld seines Sohnes zu spät erkennend, sich in Ver-zweiflung auf desselben Leichnam hinwarf und in Wehklagen
findet in der Stelle eine der Vita ganz eigentümliche Nachricht und hältes für höchst wahrscheinlich, dass, nach einem schon im klassischen Lateinvorkommenden Gebrauche von frater, Chlodomer der Schwager Sigis-munds genannt werden solle. Diese Verwandtschaft ist nun zwar ausanderweitigen Gründen anzunehmen (S. 156 N. 3); der tölpisclie Inter-polator der Vita hat jedoch dieselbe nicht gemeint, sondern, mit der ächtenPassio die Ermordung Sigismunds den Burgundionen zuschiebend, einfachChlodomer mit Sigismunds Bruder Godomar verwechselt, welchen dieScribenten des 16. Jahrhunderts bisweilen Glodomer nennen. — Dass Sigis-mund mit den Seinen durch das Hinabstürzen in einen Sodbrunnen denTod gefunden hat, bezeugt Marius a. 523: — cum uxore et filiis in puteoest proiectus. Die Passio S. Sigism. e. 9 malt das proiicere aus: eum . . .capite deorsum demerso (vulg. dimerso) una eum coniuge et filiisin puteum iactauerunt. Ereculf Chrom II, 5, 20 S. 651 verdeutlicht;das proiicere in seiner Wirkung: quem . . cum uxore et filiis demum inputeum proiicientes necaverunt, und fügt aus dem, was in der Passiofolgt, bei: ibique . . sancta corpora limosi gurgitis aqua . . celaverunt-Aus Marius schöpft auch Beda Martyrol. Kal. Maii (bei Usuard Martyrol'Kal. Maii S. 61 vs. und 62 r. ed. Mol. II): (Jui (Sigismundus) . . . captusest a Francis cum uxore et filiis in puteumque demersus occubuit, wasAdo Martyrol. Kal. Maii S. 179 Georg, wörtlich wiederholt. Vgl. ValesiusBfr VII 346 und NG. S. 460. Dagegen scheint Gregor von Tours HFr.III, 6 ein vorheriges Umbringen, welchem das Hinabwerfen der Leichenin einen Sodbrunnen gefolgt wäre, anzudeuten, indem er sagt: Statimqueinterfecto Sigismundo cum uxore et filiis ... in puteum iaetari praecipiensBurgundias petiit cet. So fasst Valesius aa. 00. die Stelle auf. Gregorgebraucht jedoch das Particip der Gegenwart öfters ungrammatisch stattdes absoluten Particips und wollte nur sagen: Statimque in puteum iaetariet interfici iusso Sigismundo cet. So sagt er HFr. III, 11 von Chlotarund Childebert: Augustunum . . obsidentes cunctam fugato Godomaro Bur-gundiam occupaverunt, statt: Augustoduno obsessa et fugato Godomare B. o.Zwar spricht Gregor Gl. M. I, 75 ebenfalls von einem Umbringen: captusab Clilodomere rege cum filiis interfectusque eius iussu . . sepulturaeniandatus est; indess ist hier das Nähere des Umbringens, welches ebenim Werfen in einen Sodbrunnen bestund, der Kürze halber einfach über-gangen. Es stimmt demnach Gregor, wie auch Binding I. 255 N. 878urtheilt, mit Marius überein. Immerhin haben die meisten fränkischenChronisten Gregor in dem mildernden Sinne missverstanden, als ob der-selbe von einem Umbringen und von einem nachherigen Versenken derLeichen spreche. Zwar Fredegar HFr. epif. c. 35 kennt nur Ersteres; aberGesta Fr. c 20: Tune (nach Avitus’ Abmahnung) interfecit tarn Sismundum etuxorem eius, quam et filios eius proiecitque eos in puteum; Ado Chron.a. 492-519: comprehensus a Chlodomiro cum uxore et filiis necatur et in