Band 
Zweiter Band.
Seite
387
JPEG-Download
 

387

mannien zählte 1 und dieses sich bis in die Gegend zwischenLeman und Jura erstreckte 2 3 Demgemäss wird denn auch,was Gregor von einem dritten, auf alamannischem Bodengegründeten Kloster sagt, mit Recht auf eines der vormalsam Osthange des waadtländischen Juras bestandenen Klöster,am Wahrscheinlichsten auf Romainmotier bezogen 8 .

Scheint also aus den Angaben Gregors ein anfänglichessüdwestliches Vordringen der Alamannen in der Schweiz her-vorzugehen, so fragt es sich denn doch, ob diese Angabenchronologisch und politisch-geographisch haltbar seien.

Gestützt auf die Ergebnisse unserer Untersuchung, müs-sen wir Beides entschieden verneinen und alle Versuche, ausder Hauptstelle Gregors einen Anhalt für Bestimmung desZeitpuncts und der ursprünglichen Ausdehnung der alaman-nischen Occupation Helvetiens zu gewinnen, als ganz ver-fehlt bezeichnen. Die von Gregor erzählten Begebenheiten fal-len spätestens nm die Mitte des 5. Jahrhunderts; die dabeierwähnten Grenzverhältnisse werden als schon früher zuStande gekommen vorausgesetzt. . In der ersten Hälfte desö. Jahrhunderts war aber weder die Westhälfte der MaximaSequanorum von den Burgundionen, noch die Osthälfte vonden Alamannen ganz oder theilweise besetzt (I. 284 ff. 292 ff).Gregors Hacliricht ist also, weil anachronistisch, für jenenZeitraum historisch durchaus unbrauchbar 4 * * * . Vielleicht passt

1) In Aventica civitas bei Gregor ist eivitas nach altem, von Gregorbeibehaltenem Spracligebrauche s. v. a. territorinm (Sinner I. 269, Gin-gins in MDR. III, 2. 811 N. 3, nach Savigny, und Jacobs S. 24), magman nun Aventica mit Schmitt I. 157 als Adjectiv, oder, was richtigerscheint, als Substantiv fassen.

2) Dubos IV, 5 T. III. 100 und noch Liitolf S. 187.

3) S. 356 N. 1.

4) Diesfälliger Missbrauch derselben bei Valesius Rfr. V. 237 und

aus ihm bei Eckhart (s. oben I. 293 N. 3). Dubos IV, 5 T. IH. 100findet in Gregors Stelle, die sich auf die Mitte des 5. Jahrhunderts beziehe,

die Bestätigung davon, dass ein Theil der Alamannen schon zu Anfangdesselben sich zwischen Genfersee und Jura niedergelassen habe. NochGMeyer in ZAM. XVIII, 3. 97 (9) macht den Jura in der Gegend von

Aventicum zur ursprünglichen Grenze der vermeintlich im J. 406 über den

Uherrhein vorgedrungenen Alamannen gegen das burgundionische Reich,

25 *