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Rudolf II (wie man vermuthet, infolge seiner Heirath milBertha, der Tochter Burcards, Herzogs von Alamannien, im•I. 922) den Aargau bis an die Reuss unter dem NamenKleinburgundien befasst haben 1 . Sicher ist nur, dass zuAnfang des 11. Jahrhunderts, gegen das Ende des neuenKönigreichs Burgundien, einige Puncto jenseits der Aar zumtransjuranischen Theile desselben gehörten 2 ; dass dagegendieser Landestheil, nachdem Burgundien an das deutscheReich (im J. 1033) übergegangen war, unter herzoglich-schwäbischer Verwaltung (seit 1060) sich als sogen. Burgun-dien weit in die innere und östliche Schweiz ausdehnte 3 , unddass endlich nach dem zäringischen Rectorate Burgundiens(1111 —1218) eine Landgrafschaft Kleinburgundien urkund-lich auftaucht, welche ostwärts der Aar sich bis an die Roth,als Grenze zwischen Burgundien und Alamannien, erstreckte 4 .
1) Stalin 1. 430 u. N. 7 am Schlüsse, Forel S. LIV f.; dawiderWurstemberger II. 39 f. 112 f. wegen des Mangels urkundlicher Beglau-bigung. — Geographische Begriffe und Namen aus der Zeit des spätemtransjuranischen lleiches Burgundien, wie Burgundia minor und B. trans-iurana, werden von älteren Historikern auf Altburgundien fälschlich über-getragen (bei Füsslin II. Gl u. A.); cs influiert dies bei ihnen auch aufdie Ansicht, wonach die Iteuss östliche Grenze Burgundiens in der Schweizgewesen ist (oben S. 367 N. 4) und der alte Canton Bern, also mit In-begriff des gesammten Aargau’s, zu Burgundien gehört hat (JvMüllerl. 91).Es beruht auf einem unbeweisbaren Vordersätze, was Blanchet Möm. surles monn. des rois de la Bourg. transjur. S. 4 sagt: Rudolf II habe seineHerrschaft auf die ehemaligen Länder des ersten Burgundionenreiches undbis an den Rhein ausdehnen wollen, indem er Burcard, Herzog vonSchwaben, bekriegte. JvMiiller I. 241 f. vermuthet, der Aargau sei vonBeiden angesprochen worden.
2) Forel S. LIV N. 1.
3) Wurstemberger I. 166; urkundliche Angaben bei Stalin I. 224 f.N. 3, von ihm selbst S. 430 N. 6, wie schon von JvMüller I. 247 N. 84.248, für die Zeit Rudolfs II (s. ob.) anachronistisch benutzt. Der NameKleinburgundien, bei Wurstemberger a. 0., ist selbst für die Zeit nach1060 kaum zu belegen.
4) Grimm S. 704 N. nach Kopp II. 506. 507; Wurstemberger II. 354 .355 f. Indess ist selbst Glattfelden bei Eglisau urkundlich noch im J. 1255in Burgundien gelegen; s. Stälin I. 224 f. N. 3.