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Zweiter Band.
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Angebliche Gaueinth eilung der Siidwestscliweiz unddortige Landtheilung*. ,

Alan hat zwar versucht nachzuweisen, wie von den Bur-gundionen das ursprüngliche Stadtgebiet von Aventicum oderdie Südwestschweiz von der Aar bis an die Westalpen undden Lcman in Gaue eingetheilt und nach diesen die Landthei-lung mit den Römern durchgeführt worden sei 1 2 . Die ver-suchte Gaueintheilung hat jedoch, als aus verhältnissmässigspäten chronistischen Aufzeichnungen und Urkunden geschöpft,wenig Anspruch auf Glaubwürdigkeit 3 . Aus dem Umstande,

1) Wider die Ansicht, wonach die nördlich vom Lemnn gelegeneLandesgegend oder die Südwestschweiz zu Sapaudien gehört hätte unddemnach schon im J. 443 von den Burgundionen besiedelt worden wäre,s. I. 381 ff.; speciell wider die Deutung von Ebrudunum und Calarona inder Not. dign. auf Yverdun und Glerolles s. I. 384 f. Beide Deutungenkommen auch boi Plantin S. 316 vor; erstere noch bei Desjardins S. Gl,letztere bei Yullicmin S. 400 f. und KW. I. 63.

2) Gingins S. 239 — 252 lässt die Südwestschweiz in sieben Pagidergestalt getheilt werden, dass der Pagus Villiacensis (wovon Vully ein kleinerTheil), der Pagus Neurolensis, mit anderm Namen Vallis Nourolis oder Nuge-rolis (derStrich am Jura vonNeuenburg bis unterhalb Solothurn) und derPagusin Ogo (Hochgau, Greyerzland, Ct. Freiburg), als zur Yiohzucht und Jagd vor-zugsweise geeignet, von den Burgundionen unter sich selbst in Landloosen(sortes) getheilt wurden, zwei weitere, der Pagus Uchtlandiae (Ostland,zwischen Freiburg und der Aar) und der Pagus Equestrieus (die Gegendvon Nyon und Gex) dem königlichen Fiscus als Domänen zufielen, unddie zwei letzten, der Pagus Waldensis (le Pays ou la Patrie de Vaud,Waadt in engerm Sinne, mit den Unterabtheilungen: Pagellus Ebrodunen-sis, Lausanncnsis und Inter Albonam et Venopiam) und der Pagus Caput -Lacensis (das alte Chablais, zwischen Yevey und Aigle) den ackerbautrei-benden und in geschlossenen Ortschaften wohnenden Gallo-Römern ver-blieben. Doch räumt von Gingins ein, diese Theilung sei nicht so scharfausgeführt worden, dass nicht die beiden Racen sich überall, obgleichin ungleichen Verhältnissen, vermischt hätten. Diese Landeseintheilungbefolgen Verdeil Hist, du Cant, de Vaud, 2 de öd., I. 12 ff., VullieminS. 122 und Daguet S. 32.

3) Zum Beispiel: der Pagus Waldensis, oder vielmehr der ComitatusVvaldensis kommt erst in Annal. Bertin. a. 839 vor: Comitatus Vvaldensisusque ad mare Rhodani (Lemanersee), später a. 1011 u. s. w.; s. ValesiusNG. S. 593 und AVurstembergcr II. 118 f. Der Landesnamo Waadt istallerdings germanischen, resp. burgundionischen Ursprungs. Ableitungen: