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• gleichbedeutende temtorium Aventicense das Gesammtgebiet
der Trarisiurani, d. h. der transjuranischon Burgundionen,bezeichnen, ist vielmehr zu schliessen, dass zu jener Zeit derpagus Aventicensis das gesammte Gebiet der ehemaligen civi-tas Avonticensium noch in sich befasst hat, wenn gleich dieErwähnung von Abbclinus et Ilerpinus Comites und ccteri deipso pago Comites das Vorhandensein kleinerer Gauabtlieilungcnzu verrathen scheint 1 . Was sodann die Landtheilung mit;
auf die untere Saanogcgcnd von der obern übergetragen, welche urkundlichzuerst im J. 923 Ogo heisst (Wurstembcrger II. 44 f.); dieses ist ihm s. v. a.Atzweidc, während Gingins S. 247 und Forel S. LV. darin den von denBurgundionen gegebenen, dem heutigen Pays d’Enhaut entsprechendenNamen des Hochgau’s finden. Für letztere Ableitung spricht die Ana-logie des Namens Aufgau (Uffgowe), womit vormals das Berner Ober-land, inbegriffen die Gegend zwischen Thun und Bern, bezeichnet wurdevgl. Wurstemberger II. 119, der aber über dio Identität der Namen Ogo,Ochtland und Uffgau nicht entscheiden will. — Ein Pagus Neurolensiskommt urkundlich nirgends vor, wohl aber Vallis Neurolis oder Nugero-lis. Der germanischen Ableitung von Nugerol in Vallis Nugerolis, beiGingins S. 245 (Neureu, wie das lat. Nugerol romanisch heisst, s. v. a.Neu-Beute), stehen gegenüber die romanischen: nigra vallis, schwarzesThal, bei JvMüllcr I. 148; nucerolis, sc. regio, bei Gatschct OEF. I. 1 f.Näheres über Nugerol und seinen Namen bei Jahn KB. S. 69 ff. — Einpagus Caputlacensis (bei Gingins S. 251 f.) kommt urkundlich gar nichtvor; wohl aber finden sich schon ziemlich früh die urkundlichen NamenCaput lacus, Caputlaci, caputlacensis, und zwar als Bezeichnung derGegend am Ostendo des Lemans (s. ob. S. 285); cs,ist aber gewagt, die-ser Gegend den Namen des alten Chablais zu geben und diesem das Cha-blais in der südöstlichen Seegegend als das moderne entgegen zu stellen,wie von Gingins S. 259. 2G3. 266. 268 geschieht. Es ist überhaupt sehrfraglich, ob der Landschaftsname Chablais aus Caput lacus entstanden ist-Dieser lautet urkundlich Chablasium und umfasste nebst der südöstlichenGegend am Genfersee ursprünglich wol auch die Gegend zwischen Aigleund Vevey, wiewohl Gingins S. 248 f. das Umgekehrte annimmt. Widerdie Ableitung des Chablais von Caput lacus, bei Gingins S. 248, s. Gat-schet OEF. I. 34 f., dessen Etymologie freilich nicht zweifellos ist. Eherkommt in Betracht das Patoiswort chablo, Schlucht, durch welche manHolz herablässt (Bridel Gloss. du Patois in MDR. XIX. 71).
1) Siehe Fredegar Chron. V = HFr. contin. c. 37 an der weiterhinbesprochenen Stelle. Jedenfalls ist es unthunlich, mit Gingins S. 243schon zur Zeit Altburgundiens den pagus Aventicensis auf ein kleineresGebiet zu beschränken (weil es in der unächten Dotationsurkunde von