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ja die Unmöglichkeit über viele Maße auch nur irgendeine nähere Bestimmung auffinden zu können, da für manchegar keine sichere auf ein bekanntes Grundmaß bezogene Aus-messung vorhanden ist, und daher hei den meisten der alten,so wie vielen der neueren, selbst höchst wichtigen Maßen,nur eine sehr unbestimmte "Vergleichung gemacht werdenkann.
Es ist natürlich, dass man die Naehtheile, welche dieunendliche Verschiedenheit der Maße zur Folge hat, längstfühlte, und der "Wunsch ein allgemeines und unveränder-liches Maßsystem zu besitzen ist fast so alt, als die Ver-schiedenheit selbst.
Früher schon wurde erwähnt, dass man im Alterthumedie Gleichförmigkeit der Maße mit weit grösserer Sorg-falt zu erhalten suchte, als dies später geschah, wo unzäh-lige Maße in Gebrauch kamen. Man war aber auch be-sorgt, die Maße selbst oder die sie vertretenden Körperan sichern Orten aufzubewahren und vor Aenderungen zubeschützen, um sie in erforderlichen Fällen zur Verglei-chung benützen zu können. Lässt sich auch nicht beweisen,dass im hohen Alterthume auf der ganzen Ausdehnungunseres Continentes einerlei Maß geherrscht habe, so istes dennoch leicht zu zeigen, dass die einzelnen Staatenund selbst grosse, mehrere Staaten umfassende Erdstrichenur ein und dasselbe Grundmaß hatten.
Die bei den Babyloniern und Aegyptern schon 1000Jahre vor unserer Zeitrechnung angestellten astronomischenBeobachtungen, so wie ihre uralten grossartigen und regel-mässigen Bauten, bezeugen, dass sie schon frühzeitig einemöglichst genaue Bestimmung der Maße und Gewichtegehabt haben; diese gingen auf die mit ihnen in stetemVerkehre befindlichen Hebräer, Phönizier, Griechen undübrigen Völker über, wodurch sich der bedeutende Zusam-menhang der Maße und Gewichte untereinander erklärt.Zur Zeit des Aristides sollen alle Staaten, so wie alle Pro-vinzen in Asien, Palästina und Aegypten selbst mit inbe-griffen, sich derselben Maße ohne allen Unterschied be-dient haben. Der Gebrauch richtiger Maße wurde schon