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lichcn Brief aus dem Bade erhalten zu haben, schrieb aber seiner Brautvon sich selbst: „Können Sie einem Menschen verzeihen, der Sie sobetrog?" O! mich — mich hast du eigentlich betrogen, Wicht allerWichte! Oder soll das sinnlose Wort Graf noch in unsern Zeiten soviel Macht haben, daß man schlechte Handlungen nicht schlecht nennendürfte? Seitdem sage ich nie: „Es ist ein jüdischer Betrug" — müs-sen nicht die armen Teufel oft betrügen, um ihr bischen Existenz zufristen? — sondern „es ist ein gräflicher Trug!" sowie die Dänen seitder sogenannten Grafcnfehde von einem erbärmlichen Zustande sagen:„In des Grafen Zeit kommen." Hier saß ich, wie Israel an denWassern Babels und weinte, wenn ich an Zion dachte; meine Harfehing an ihren Weiden, meine Seele dürstete nach Befreiung aus demKerker, wie ein dürres Land. Lola!
Nun reiste der Höllenplan der Tante und ihrer Trabanten, michzu dcgontircn und von Seiten des Ehrenpnnktes anzugreifen. IhrGespinnste war so grob gesponnen, als die Fragen des Svkratcs amHofe, worin er sich so weise dünkte, daß er mich einst sehr naiv selbstdarauf aufmerksam machte; mehr wirkten ihre ehrenrührigen Sticheleienüber Tische. Die boshaften Verleumdungen eines reichen christlichenJndcn, den ich einst an einer vornehmen Beschneidnng gehindert hatte,und die eines aufgeblasenen Schnlmonarchen, der einen Sohn rächenzu müssen glaubte, sowie dieser Sohn selbst, mein vatilin«, in nuoo '
— noch stinkenderer Pfützen, woraus sie schöpften, nicht zu erwähnen
— boten reichen Stoff, den man freilich, wenige Monate zuvor, fürdas genommen hatte, was er wirklich war. Alle Sticheleien, die baldmeinem Charakter, bald meinen Kenntnissen, bald meinem bisherigenLebenswandel, selbst meinen zu lebhaften Augen nnd Mienen galten,alle auf die elendesten Klatschereien gegründet, prallten zwar stumpfab an dem Panzer meines Schweigens nnd dem Gefühl unbeschreib-licher Verachtung, ohne mich untren an meinen: Vorsätze zn machen,die gefährliche Waffe des Witzes in der Scheide der Klugheit zu be-wahren, um des lang entbehrten Friedens willen, der höher ist dennalle Vernunft, nnd für den sich der alte erfahrene Paulus dreimal 40Streiche weniger 1 geben ließ. Ob aber dieses gerade nicht mehrböses Blut machte? Es wirkte wenigstens zurück auf meine Gesund-heit, nnd mein Dämon in Tantegestalt nnd ihre Sanchos, vor denenmich A. einst selbst vertraulich, während der Reise, gewarnt hatte,
l CMlinn im Mim» gietcrNcher Derlchwörer gegen »ach).