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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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Malz war nun ganz verloren!!! Mein Telcmach feierte sein höchst-eigenes Gebnrtsfest; geschmückt mit der neuen Uniform, das großebreite Ordensband über der Schulter, die Schärpe bis unter die Ach-seln, schneeweiß gepudert, mit einem großen Blumenstrauß, glich erin seiner Schassphysiognomie dem Hummel eines Kirchweihfcstes —und doch wollte er imponircn! „Kommen Sie herein!" sagte er denin dem Vorzimmer versammelten Dienern gnädiglich und rief jedenbei Namen, nur mich nicht. — „Kommen Sie herein!" sagte ich auchund ging zuerst hinein. Der Wicht ward krebsroth! Er gab mir alsoseine Unzufriedenheit, nebst affektirtem Schweigen, an der Tafel zu er-kennen, daß er Jedem, außer mir, ein Lorbeerblatt, Zierde eines Sau-kopfes, den er höchst eigenhändig zergliederte, Präscntirte, sowie er denhöhern Ton, den er aus der Welt mitgebracht hatte, dadurch an denTag legte, daß er an die Thüre des Ballsaales, wohin sich keine Seeledrängte, zwei Posten stellte, genommen aus der Armee von zwölf Mann.Uebrigens füllten Jagd und Jäger Labvtespicl und Romane, von denJägern verschrieben, vor wie nach Zeit und Zimmer, nächst der Re-daktion eines Jagdjonrnals, niit historischen Rückblicken auf ältereJagdrcchnungen der Bäter! Er veranstaltete, seit er Militär gewor-den war, feierliche Ausritte; Alles mußte aufsitzen, er commandirte,manövrirte, hieß absitzen und sogar nach dem Tempo — pissen! Wennich solchen Narrenzügen begegnete, wurde der Held jedesmal roth —salva ros sssot! > — Die alte Kapelle wurde zum Theater eingerichtet,und die Scene mit einem Prolog an die wiedergenesene Tante eröffnet,versaßt vom Hohenpriester, so voll ekelhaften Lobes, daß selbst Sieg-frieds schwarzes Genie darüber crröthet wäre. Auch ein gedrucktesWochenblatt führte er ein. O Siegfried! Siegfrieds du begingstähnliche Thorheiten; aber du hattest Hcrzensgüte, Gefühl und Ehre!Du würdest um keinen Preis der Welt Unrecht verübt, oder verübtesUnrecht in reifern Jahren wieder vergütet haben! — Du machtestlachen auf deine Kosten, aber man mußte dich dennoch verehren undschätzen — hier konnte man nur verachten! Glückliches Jahr 1806 fürdiesen und ähnliche Li-cksvants ° des armen deutschen Vaterlandes!Wie oft erinnerte ich mich der Worte Friedrichs: „Junge Grafen, dienichts lernen, sind Ignoranten in allen Landen; in England ist derSohn des Königs nur Matrose auf dem Schiffe, um den Dienst zu

1 Hätte eS doch etwa- geholfen. — 2 Nach dem später noch sst eitirien Romane desvergangenen Jahrhunderts: „Siegfried von Lindenberg", voll übertriebener bmpfindlamkeit.Ter Held desselben ist ein gutmüthiger und beschränkter kandjunker. — L Wahrend der fransMschcn Revolution der Ranke für die ihrer Rechte und Reichthümer beraubten Adeligen