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Schattenwnth in Deutschland verbreitete, daß Alles silhouettirtc undsilhouettirt wurde, so daß Lichtenberg fürchtete, das Portraitircn möchtebei uns damit aufhören, womit es einst in Corinth angefangen habensM — mit Narrheit. Hans Caspar, dessen höchster Wunsch ein Schat-tenriß von Jesu war, sagt in seinen berühmten Fragmenten von vierQuartanten: „Wer über Alles und Alle lacht, ist ein Thor und Böse-wicht; das Gesicht des ewigen Lachers ist unausstehlich, wie bei Wahn-sinnigen, die nichts als Larven lachender Demokrite sind. La Mettrieließ sich lachend abmalen, aber er lacht nur das erste Mal; betrachtetihn öfter, und es wird aus einem Philosophen ein Geck und aus sei-nem Lachen ein Grinsen, denn Spott verhäßlicht. Der Mensch aber,der bei herzlichem Lachen keine Züge des Hohns blicken laßt und, wenner aufhört zu lachen, still heiter fortlächclt, hat 'viel Anspruch auf denGlauben Anderer an seine Redlichkeit. In nichts zeigt sich Redlichkeitund Unredlichkeit mehr, als im Lachen, Lächeln und Nichtlachen; wergut lacht, ist gut. Man sagt, Christus habe nie gelacht; hätte er abernie gelächelt, so wäre er kein Mensch gewesen. Christi Lächeln ent-hielt gewiß die Grundlinien der einfaltvollsten Brudergüte."
So Hans Caspar, der schwärmerische Seher, dessen Phantasie drei-mal heißer brannte als Lava(tei), und so wenig schwärmerisch! Wietraurig nehmen sich ihm gegenüber seine hochwürdigen Collegen aus,die des Textes Worte: „Ich sprach zum Lachen: du bist toll, und zurFreude: was machst du?" im engsten Sinne nahmen und bewiesen,daß Lachen Folge der Erbsünde sei, und Adam vor dem Falle nichtgelacht habe, wodurch sie ihn gerade zum verstocktesten Sünder mach-ten. Augustinus, Salvianus und Andere wußten mit Gewißheit, daßChristus nie gelacht, sondern höchstens gelächelt habe über den Sün-der, der Buße that. Viele Sacrosancti und auch viele CorporaJuris der Vorzeit hielten daher Lachen unter ihrer Würde, ob esgleich von Jehova selbst heißt: „Der Herr lachet ihrer." Nirgendwosteht zwar geschrieben, daß Christus gelacht habe, indessen nahm eralle menschlichen Schwachheiten auf sich, und gewisse spitze Reden gegenPharisäer, Jünger und Herodes, den er einmal Fuchs nannte, sindschwerlich ohne Lächeln abgegangen.
Die Kirchenpapas und die Mönche gefielen sich aber einmal inihrem egyptischen Trübsinne besser bei Lucas: „Wehe euch, die ihr hierlachet, denn ihr werdet weinen und heulen." Schon Clemens vonAlexandrien, Lehrer des Origencs, schrieb: Lachen und Lachenerregengeziemet Christen nicht; und das zweite Concil zn Carthago sprach