60
kein ächter Komiker auftreten kann, doppelt vorhanden sind. Witz undLaune logircn Nro. 22, wo die Cervantes und Swift, die Moliäreund Voltaire, die Sterne und Thümmel, Lichtenberge, Hippcl, Wie-lande, Jeane Paule rc. zu wohnen pflegten. Wer sich selbst kitzelt,lacht, wenn er will.
Manches Lachen klingt wie das Gurgeln eines Seltcrserwasser-krugs — und es sind auch nur Kruge, die so lachen, enghalsigc Geiz-hälse und Wucherer, sowie die, die recht hoch lachen, meist eingebildeteegoistische Gecken. Manche sind wieder so ganz Meister ihrer Lach-muskeln, daß sie bloß einwärts lachen können, Fäustchens lachen, unddiese sind die schlimmsten, schlimmer als alle Auswärtslacher (laugliordut trom tliv tlieet outrvarck) ' oder Kunstlüchlcr, die sich am meistenin der großen und Hähern Welt finden, wo ein Mensch dem andernnur wenig, ost gar nichts ist. So war das Lachen des Helden »reinerZeit ein tiefes, heiseres Lachen, das schon allein alles Vertrauen scheuchte,und begleitete selbst seine angenehmsten Reden, wie die Göttin Malicein der Henriade:
p,a Alalies les voit, et ä'uu svurirs pertiäe^pplauäit en Passant L Isar troups Iioinieiäs. ?
Höchst Praktisch bleibt demnach der Unterschied zwischen Natnr-nnd Kunstlachcn. Wenn die Großen der Erde nicht selten hinter einemgnädigen Lächeln Indolenz oder Unwissenheit verbergen, wie die Pfaf-fen hinter salbungsvollen! Lächeln und Flötcntöncn Heuchelei, Hoch-mnth und Trug, so lachen Kinder, weil sie wissen, daß sie schön lachenoder schöne Zähne und Wangengrübchen hervorlachcn. Ein Weib, derenZähne wie die Schafe des Hohenliedes find, lacht ganz verschieden vonder, die schlechte Zähne oder gar keine hat. Der Schmerz zeigt dieZähne, um ihn zu zerknirschen, Katze und Hund, um zu beißen, alteKoketten, um holdseliger zu scheinen, manchmal auch, um eine nochschöne Hand oder einen Svlitair ins gehörige Licht zu bringen, oderdie Grazie der Wangengrübchen (äimxles); sie haben Ronsard gelesen:
IHssttes Iioll — mais ä'amour I» eaelrette,
V'vit es ßarso» äs sa xetitv main
I.aeve cent Iraits, et zawais un en vain . . . '
> Jemand, irr nur mit den Zähnen answärtS lacht.
t Die Posheil fiebt den Schwärm, und treulos lächelnd deutSie B-ijall jener Schaar, die jetzt zum Mord bereit. —
2 Richt Grübchen, scndern Hinterhalt der Liebe,
Den wo der Pssil anS Amors HandStets trifft, ocrgeblich nie entsandt.