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nennen belieben und durch ihren Ernst zu imponiren glauben. Werje einen Abend unter ernsten abgespannten Menschen verlebt und beob-achtet hat, wie schnell die Unterhaltung belebt und Heiterkeit über dieernsten Gesichter verbreitet wurde, wenn ein munterer geistreicherMann unter sie trat, wie Alfred unter die Dänen, der kennt denhohen Werth des Frohsinns, einen Haupttheil persönlicher Verdiensteund die erste Stufe zum Wohlwollen und zur Achtung Anderer. DerFrohsinnige hat sein Spiel schon halb gewonnen, ehe er anfängt, ge-rade wie der schöne Mann, und Frohsinn des Weibes fesselt den Mannlänger als Schönheit, wie Peter den Großen seine Kathinka. Einelachende Physiognomie, heitere Stirne, helle Augen, lächelnder Mundund zuvorkommendes Wesen erheitern wie ein schöner Tag. Lachenöffnet das Herz, führt eine Art Vertraulichkeit herbei und wird derAnfang milderer Gesinnungen. „Er ist ein lustiger Kamerad," ent-schuldigt Vieles. „Wer ist denn der lustige Herr?" fragte ein stolzerHöfling bei einer Kirmes, gleichsam meine Lustigkeit in seiner hohenGegenwart übel nehmend; zuletzt floß er herablassend mit der Gesell-schaft zusammen. Schillers schönstes Lied ist das: An die Freude.Geburt, Stand, Geschlecht, Reichthum — Alles wird vergessen, wennder Becher der Fröhlichkeit kreist:
Ihre Zauber binden wieder.
Was die Mode streng getheilt,
Bettler werden Fllrstenbrüder,
Wo ihr sanfter Flügel weilt.
Nie wird man so schnell bekannt und vertraut, als wenn manerst recht herzlich mit einander gelacht hat, und ich finde den Grund,daß Jugendfreundschaftcn bis ins greise Alter dauern, in diesemjugendlichen Frohsinn. Mitlachen gehört ja auch zu den wenigenDingen, die ein Freund gestandenen Alters heutzutage noch dem An-dern allenfalls zu Gefallen thut, zumal man mit der Freude weit mehrsympathisirt, als mit der Traurigkeit und Armuth, die inan daherauch zu verbergen sucht. „Der Finstere fliehet den Lustigen," ist dannnur wahr, wenn dieser die Schranken des Anstandes und der Mäßi-gung überschreitet. Lachen steckt an, wie Weinen und Gähnen; ja,Aristoteles behauptet sogar, der Mensch könne den andern nicht einmal
kündigte eine Kunst, stets heiter zu sein, zwar an, scheint aber in spätere» Jahren aufgehört zuhaben, heiter zu sein, und der gute Schelle starb gar als Gemüthskranker in der Irrenanstaltzu Pirna.
DemokritoS. I.
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