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Sakrales war heiter, offen und einladend; daher ist er noch heuteder Repräsentant der frohsinnigcn Griechen und ihrer PhilosophiePlato, sein Schüler, der den Gott des Lachens aus der Akademie ver-bannte, wurde der Lieblingsphilosoph der finstern, schwärmerischenChristiancr. Der verkannte Aristoteles herrschte zwar neben Plato undlänger, aber leider nur als Dialektiker, daher übersah man das Bessere,das er sagte, und so auch, daß er in seiner Ethik den Frohsinn unterdie Tugenden zählt, der als Cardinaltiigend in Cicero's Werk von denPflichten abgehandelt zu sein verdiente. Phocion und Cato waren sehrernst und übten die Tugenden der schönen Vorwclt in ihrem bereitsverdorbenen Vatcrlande, hätten aber sicherlich noch weit mehr Gutesgestiftet, wenn sie nicht gegen den Strom hätten schiffen wollen. Er-laubten ja selbst die Stoiker den Weisen die Freude (gaaälum), nurden Affekt der Freude, die Fröhlichkeit (laotitia), glaubten sie für un-anständig halten zu müssen, weil sie alle Affekte dafür hielten. UnserLuther war nicht dieser Meinung:

Wer nicht liebt Wci», Weib und Gesang,

Bleibt ein Narr sein Lebeiilang.

Ich halte es einmal mit denen, die da glauben, das; daS erste Lied,das man mit der Jugend singen sollte, Schillers „Freude schöner Göt-terfunken rc." oder wäre es zu hoch, das Volkslied: „Freuet euch desLebens rc.," sein sollte. Man sollte die Jugend förmlich zur Joviali-tät bilden, immer froh, immer aus voller Brust, gesundem Magen undgutem Gewissen. Sophie, die Knrfürstin Haunovcrs und FreundinLcibuitzens, steht weit höher als Christine, Königin von Schweden,verlassen von allen Grazien der Weiblichkeit. Jene corrcspondirte mitLeibnitz nicht immer über Metaphysik und starb im viernndachtzigstenJahre auf einem Spaziergang, ohne Leib- und Scelcnarzt, lachend.Ich bin um so mehr jener Meinung, weil mein Jugcnduntcrricht mit densieben Bnßpsalmcn eröffnet wurde, und der Scholarch mich in der la-teinischen Schule, ob ich gleich viel Lob und das Präinium erhaltenhatte, öffentlich anshnnzte, weil ich die Psalmen Davids vergessen hatteüber Griechen und Römern.

Und wenn das Herz hundert Thore hätte, wie Theben, so lassetdie Freude herein zu allen hundert Thoren, damit sie aus dem Gar-ten der Jugend recht viel von den Gütern mitnehme in das Ackerfeldmännlicher Thätigkeit, und damit mit dem sich dunkelnden Kinderhaarnicht auch der heitere Sinn sich schwärze und trübe. Die sieben Bust-