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Die Frage: Warum lachm die Thiere nicht? kann man nicht besserbeantworten, als die Römerin Popilia die Frage: Warum galten sichdie Thiere nur zu einer bestimmten Zeit? „weil Thiere keinen Ver-stand haben" und dieses Hauches der Gottheit entbehren. Wir müssenjedoch im Punkte der Popilia unsere Hansthicre ansnehmcn, die vonuns gelernt zu haben scheinen. Der Charakter der Menschheit ist:Vernunft, modificirt durch Sinnlichkeit; den Thieren setzte Mutter-Natur blos; Instinkt zum Wüchtcr. Je unedler ein Thier, desto be-stimmter ist sei» Instinkt. Vogel, Bienen, Raupen rc. sind großeKünstler, verglichen mit den erste,; der Sängethicre, und das erstealler Thiere, der Mensch ist ohne Instinkt. Sein Trieb ist die Selbst-liebe, oder, wenn man lieber will, Vervollkommnungstricb, und seinPhysisches offenbar schon aus höhere moralische Bestimmung berechnet— wir allein wissen, daß wir sterben müssen. Das Leben ist kurz,aber wer in der Ideenwelt zu leben versteht, lebt lange; der Gedankeist schnell wie das Licht; wie viele Ideen kann man nicht in einerMinute haben, und eine Minute ist des Tages und des
Jahres!
Die Thiere haben keinen Maßstab, wornach sie das Lächerlicheabmessen könnten, und wir lachen nur nach dem Maße unseresVerstandes und nach dem Vorrath und Gehalt unserer Begriffe. Daserste Lachen der Kinder ist die erste Spur des erwachenden Verstandes;leider aber bleibt die Vernunft stets nur Anlage zum verständig werdenund ist unschuldig, wenn es bei der bloßen Anlage belassen wird, un-gefähr wie der Lachfricd, während der Gebildete über die SchwächenAnderer nur oous vapo' lacht und sich in ihrer Gesellschaft amüsirt,ohne sich Feinde zu machen. Woher, Wanderer? wohin? Diese Fragendürfen wir nicht zu oft berühren, wenn wir recht herzlich lachenwollen — Krieg und Pest, Hungersnoth, Fcuersbrunst und Erdbeben —Pabst, Mönche, Inquisition, Despotismus und Napoleon — Soldaten-spiel, Negcrhandel, Seeräuber, Landräuber oder Finanzier rc. sind soDinge. Das Räthsel des menschlichen Lebens ist das der Sphinx,und Oedipus bis heute noch nicht erschienen; der Philosoph hüllt sichin seinen Mantel und ruft mit Pangloß: ° „Und diese Welt ist dochdie beste!" — der Tod ist zwar das fatalste aber, — aber ist er nichtdas Ende aller fatalen unds und abers? — das Ende vom ganzenLiede?
1 -in« giinstchen. — r Der PHUdloyl, in VeNmre'S Candide, der bei nllem nnr mög-liche» Nngtt't-k stets beim System bleidt- -Alles in der Welt sei g»l.