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Phantasie entschädigt viele hundert Künstler nnd Dichter für ein dürf-tiges unbekanntes Leben; eine einzige zu lebhafte Idee verrückt sie aberauch am leichtesten hinüber in die Welt der Narren, Wahnsinnigen,Fanatiker und Mystiker. Wer sich für unglücklich hält, ist wahrhaftunglücklich, wie der illustrs inullisurvux .Ivan >7»egues, l und garViele gleichen dem alten Mütterchen, das vom großen Lotterieloosträumte, den Tag der Ziehung kaum erwarten konnte, an diesemTage Freudenthränen weinte nnd — nicht einmal eingesetzt hatte!

Der Magen nnd die Imagination sind die zwei Pole des Lebens,und die Besieguug unserer Leidenschaften beruht gar sehr auf Beherr-schung der letzten Leute ohne Phantasie sind Justinians li-jgiüi stmatstloati, * aber Leute mit überspannter Phantasie wahre Narren.Romane nnd andere Lesereien haben schon manches gute Mädchen zurSchwärmerin nnd endlich zur alten Jungfer gemacht, wie jene Lebens-pocsie manchen Jüngling zum Misanthropen, wenn die Ucbcrmacht derWirklichkeit ihn aus seinen Hähern Regionen herabstürzte, wo ein pro-saischer Mensch aufrecht geblieben wäre. Phantasie wirkt Schwindel,ohne den wir so gut über das Brett, das über einem Abgrund liegt,hinüber gehen würden, als über das, das flach anfliegt. — Phantasiehat Einfluß bei der Seekrankheit wie beim Heimweh der Schweizerund bei Stillings himmlischem Heimweh, das förmliches Hirnweh ist.

In den leeren Wirbeln des Alltagslebens ist wirklich eine ver-lachte Stunde eine Glückseligkeit, und unter den hundert Illusionen,die wir für Glückseligkeiten halten, die einzige, die nichts weiter seinwill, als was sie ist. In diesem glücklichen Zustande war Hans Jakob 'aus seiner Petersinsel, wenn er sich der Länge nach, die Augen genHimmel gerichtet, im Nachen liegend von den sanften Wellen desBielersccs- herumtreiben ließ — in diesem Zustande ist jeder Jünglingund jedes Mädchen, wenn es im Bette oder auf grünen Nasen, unterdem Schatten eines Baumes und am murmelnden Bach die Heloiseliest, und ein solcher Hans Jakob war auch ich an den Ufern desGenfcrsees. Phantasie ist die Mutter des Genies, und Genie dieMutter der Empfindungen unter Vorsitz des Verstandes. Man ver-jagte den armen Jean Jacques aus seiner Insel und er tröstete sich:Ln rüvsnt ^ suis! 4 Nehmet dem Sterblichen den Genuß der Phan-tasie , wie arm läßt ihn die Wirklichkeit! Phantasie verjüngt den Geistund ist der Phönix, der das Gefühl belebt; wie ein Geist aus besseren

t Der erlauchte, unglückliche Jean Jacaue» (Rousseau). - - Kiille und Schlechte. —e Rousseau. — < I» Gedanken bin ich dort.